It's time to tip the scales
 
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 Wolkenkratzer der Erinnerung

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   03.01.17 19:12


Er knurrte unwillkürlich, als sie das Offensichtliche auch noch aussprach und sich wohl damit einbildete, in irgendeiner Form witzig zu sein, was sie nicht wahr, denn nichts an einem KERL ist witzig, wenn er ein Korsett trägt, wirklich überhaupt nichts!
Veritas musst allerdings einsehen, während er den Weg DOWN DOWN DOWN beschritt, dass ihm die Schuhe abhanden gekommen waren und, was er selbts nicht bemerkte, dass seine Iris eine solche merkwürdig helle Farbe angenommen hatte, dass es gar wie der Gifttrunk im Schirlingsbecher wirkte, also ziemlich ungesund, wenn man noch vorhatte zu kämpfen.
Seine nackten Füße kamen auf dem Boden auf und er keuchte einmal aus. Langsam gingn im tatsächlich die Messer aus und er spürte zudem, dass seine Attacken an Wumms verloren, je mehr seiner Waffen in den Besitz der blonden Transe wanderten. Das war wirklich ungut.
"Und wenn du alle Messer hast, was dann? Verscheuerst du sie im Teleshopping?", rief er ihr zu und schickte einen handelsüblichen Eisga-Zauber auf die nachgemachten Designerpotten von Norat. Es hatte kienen Sinn, weiter mit Messern zu spielen, wenn die gute Frau anscheinend ihr Messie-Syndrom damit verlebte.

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   07.01.17 16:31

Auch der Transe entging die Abschwächung und das Schnaufen des anderen herzlosen nicht. Was sie allerdings beunruhigte - und das war wirklich bedenklich - war, dass sich die jubelnden Schattenlurche, Schalke und Borne langsam aber sicher zurückzogen, als bekämen sie Angst vor etwas unausweichlichem. Das allerdings waren nicht die massiven Attacken oder kolleteralen Stürme des Millitanten, sondern eher ein gefühl, was sich auch langsam in Norat breit machte. Es fehlten nicht mehr viel Messer und Veritas hatte es immer noch nicht geschnallt. Gut, dann musste sie ihm beweisen, dass er mehr oder weniger den Regentschaftsorden an den nagel hängte. Sie lächelte schmal und der Eisga Zauber traf ins Schwarze. Aber vonwegen Eisga...Es war eher ein sanftes Schneien im Vergleich zu dem sonst so starken Zauber. Norats Botten wurden eingefroren. Um sie herum bildeten sich leichte Kristalle und froren mit einem ächzenden Knarzen bis zu ihren Knöcheln alles ein. Wirklich unterweltigend. Sie fand es zwar nicht besonders positiv, dass ihr die Luxus Boots eingefroren wurden, aber das Material war eh hart im nehmen.
"Veritas." sprach sie ihn direkt an. "Das ausgerechnet du es noch nicht gemerkt hast, ist mir ein Rätsel." Aus den schwarzen Tretern schossen plötzlich Stacheln hervor und zerbrachen das Eis in viele kleine Stücke, sodass sie langsam auf den Windbändiger zu stolzieren konnte. Sie warf die Haare zurück und funkelte ihren Ex genügsam an. "Herzlose sind wilde Bestien stets auf der Suche nach starken Herzen, die sie verschlingen können. Warum glaubst du ist das so ?" Sie kam näher. "Wir versuchen unsere Schwächen zu kompensieren, versuchen die ausgelöschten Gefühle wiederherzustellen und Kraft aufzubauen. Doch wir bekommen nie genug." noch ein Stück näher. "Wieso haben Obscuridad diesen unnachgiebigen Drang zu Fressen nicht mehr ?" Sie blieb einen Meter vor ihm stehen. "Weil wir ihn gebannt haben. Gebannt in die Waffen, die ihr alle benutzt, ohne darüber nachzudenken, dass auch diese ein Teil von euch sind. Und du, mein lieber Veritas besitzt auch noch sechs Stück. Deine Gier war unendlich. Du warst mit Abstand der hungrigste Herzlose von allen." Die verschränkte die Arbe vor der Brust und blickte in seine Augen, die sich schon stark verändert hatten. "Je mehr ich dir wegnehme, desto mehr Kraft verlierst du als Mensch." sie betonte 'als Mensch' explizit, damit er verstehen würde, dass es hier um seinen Verstand, sein Ich, seine Persona ging.

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   07.01.17 17:01



Dass er die Situation nicht erfassen konnte, war wohl ein Irrglauebn, den er selbst provoziert hatte. Aber es war eher der Fall, dass er es ahnte, nicht aber realisieren wollte, denn es war eine Lage, in die er nicht hatte geraten wollen.
Er blickte Norat mit ungläubigen Augen an, spürte die Worte seinen Gehörgang hinabrinnen und seine Fäuste sich ballen. Sie war ihm schon wieder zu nahe und das ohne die erforderliche Scheu, als sei das alles nur ein Ausflug ins Wartezimmer, diese Torin!
"Süß", sagte er rief und fast schon beleidigt, "Aber weswegen willst du sie mir dann wegnehmen, Norat? Willst du etwas entfesseln, das selbst den Unterstand in Furcht und Schrecken versetzt?" Er meinte mit 'Unterstand' das Fußvolk an Herzlosen und meinte es zudem genauso abwertend, wie er die Worte auch betonte. Unauffällig, glitten dabei die verbliebenen Messer in seinen Gürtel und verhielte sich relativ ruhig. Man konnte immerhin einer Mann-Frau nicht über den Weg trauen, die so kleptomanisch veranlagt war.

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   07.01.17 18:59

Sie kicherte amüsiert und winkte mit halb gebrochenen Handgelenken ladylike ab. "Verispatz die anderen Herzlosen spüren die Gefahr, aber dein...sagen wir Temperament, werde ich schon zügeln können." sie zog nahm die Peitsche von der Hüfte und zog sie straff. "Oder erinnerst du dich nicht mehr an unsere schöne gemeinsame Zeit ?" Ein Grinsen spielte über ihr Gesicht und sie zwinkerte ihm zu. "Ausserdem habe ich nicht vor es so weit kommen zu lassen."
Dann fuhren plötzlich zwei Hände von hinten an Veritas Hüften entlang und glitten mit den Fingern, umarmend über seinen Bauch. Ein flüstern hauchte in sein Ohr und eine weiche Haut presste ihre Wange an seine. "Dieses Mal zumindest nicht..." teilte ihm die Stimme verrucht mit ehe die eine Hand fest an seine Brust griff und eine recht männliche Hüfte sich von hinten an ihn drückte. Die Norat vor ihm lächelte, die hinter ihm leckte sich die Lippen.

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   07.01.17 19:08


Dieser Person wieder so nahe sein zu müssen und doch gedanklich so fern, war eine Prüfung, der er wohl nicht entkommen konnte. Gewiss, die zärtlichen Stunden zwischen den beiden waren intensiv und berauschend gewesen, sie hatten gelacht, gelebt und wahnsinnig monumentale Gefühle durchlebt, was nicht nur ein Ergebnis von Drogen und Alkohol war, sondern mehr versprach, einfach ihre Beziehung darstellte und definierte, leiser, zärtlicher und heftiger als alles andere zuvor war - er würde dieses Silvester nie vergessen.
Norat hatte so überaus weiche Hände, die seine doch schon raue Männerhaut berührten wie nur ein Lover oder ein sehr geschickter Masseur es konnte. Er spürte, wie sich die feinen Härchen in seinem Nacken aufstellten und leicht elektrischer Impuls von einem selten sagewesenen Verlangen seinen Körper durchströmte.
"Oh Norat.", hauchte er, denn so nahe war ihm in letzter Zeit keiner mehr gekommen....
und würde wohl auch keiner mehr.
Im Zuge eines Augenblicks schnellte das Knie des Windbändigers nach oben und rammte sich zuerst in die Stelle, die Norat von alles normalen Frauen unterschied, dem Penis nämlich und anschließend in den Magen, während die Hände Veritas' die Hände seines Gegenüber von sich drückten.

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   07.01.17 19:44

Norat Nummer Eins erlitt Schmerzen die niemals ein Mann...pardon eine Lady mit gewissen Identifikationshintergrund durchleiden sollte, krümmte sich und kippte zur Seite weg. Als die Gestalt umfiel zerplatschte das Gebilde zu einer zähflüssigen Masse und verschmolz mit dem ebenso schwarzem Fußboden. Die zweite, deren Hände abgelehnt wurden zog sich ein paar Schritte zurück und schwang die Haare nach hinten. Ihre linke Hand massierte leicht ihren eigenen Nacken und die rechte wirbelte etwas umher. "Nunja...es ist lange her Veritas." Und dieser Satz konnte auf so ziemlich jede erdenkliche Situation passen, welche von den Autoren angespielt wurde. Aber hier meinte sie wohl insbesondere sein Dasein als wahrer Reinblüter. "Sieh es als letzte Herausforderung. Du willst die Herzlosen verteidigen, dann sei ein Herzloser." Das Etwas mit dem sie in der Hand spielte streckte sie zur Seite, als hätte sie ein Mikrophon in der Hand, starrte ihn über die Schulter an und ließ es auf den Boden fallen. Es schepperte ein Mal, dann machte es laut Puff und ein weiteres Messer verwandelte sich in ein Kuscheltier. Dieses Mal war es ein grünes, grinsendes Tentakelwesen, in Fachkreisen Morbol genannt, welches bei einem weiteren aufschlagen auf den Boden einmal laut quietschte. Da hatte diese diebische Elster doch tatsächlich die Gelegenheit genutzt und beim Petting Veritas Brieftasch...äääh sein viertes gutes Messer geklaut.
Bald war es soweit. Innerlich sah sie den Dämon schon, der er einst war. Und dieses Mal würde sie nicht Ahcsas Hilfe haben. Sie musste vorsichtig sein. Er durfte sich noch nicht verwandeln. Doch der schmale Grad war äußerst gefährlich, jetzt da er vier sechstel seiner Menschlichkeit beraubt wurde.

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   07.01.17 20:13




Wütend knurrte der Military Soledad, als er registrieren musste, dass wieder eines seiner Messer aus seiner Gewalt entronnen war. Dieses mieses Biest war doch flinker, als er erwartet hatte und auch wesentlich dreister. Er verfluchte sie innerlich aufs Schärfste, obzwar ihm das nicht viel nützte. Das tödliche Universalmesser war nur noch ein Plüschtier und das nicht mal auf die coole Weise und langsam ging ihm wirklich das Besteck aus.
Seine Augen färbten sich und es sah wirklich so aus, als häte Norat ihm Bleiche ins Gesicht gegossen. Noch dazu und das sollte man in einem detaillierten Bericht wohl aussparen, ging nun seine Hose flöten und er stand nur noch in Unterhosen da, die sich eng an seine edelsten Teile schmiegten.
Er stellte sich dabei eine Frage: Waren diese Stofftiere noch immer .. .nun ja, ein Teil von ihm? Zwar waren sie verändert, aber na ja?
Er hob zu einem Windstoß an, der das neueste Modell von Norats Kuschelwuschel-Kollektion in seine Hand blies.
"Ift daf häfflich", sagte zwischen zusammengebissenen Zähnen und wunderte sich, dass er das 'S' mit der Zunge nicht geformt bekam.

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   09.01.17 15:07

"Mmmh...natürlich gehören sie immer noch zu dir. Aber stell sie dir vor wie einen hohlen Zahn. Kraftlos. Tot. Man kann nichts mehr damit anfangen. Eine leblose Hülle." Norat ging ein paar Schritte auf dem Laufsteg auf und ab ehe sie sich ihm wieder widmete. "Deine Sprache ist langsam gestört und ich bin mir unsicher, ob du wirklich zu dem Monster werden willst, was du einst warst." Sie legte zwei Finger ans Kinn und sah ihn bemitleidend an. "Veritas...sei doch vernünftig und lass diesen ganzen Unsinn. Noch ist zeit das Debakel abzuwenden. Warum bist du nur so stur du kleines Böcklein?"
Sie seufzte herzensschwer, denn auch sie selbst glaubte nicht an eine friedliche Lösung. Doch wer wäre Norat, wenn sie so schnell eine sanfte Alternative in den Wind schlagen würde. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das Gefühl in ihrem Bauch aber wurde stärker. Es war keine Furcht. Es war eine stille Warnung vor der Gefahr, die sich im inneren ihres Ex aufbäumte. Sie überlegte hin und her. immerhin war er der Gefallene und nicht der auf den Kopf. Es war ohnehin merkwürdig, dass er es zuließ ohne wirklich verrückt zu werden oder zumindest einmal richtig auszurasten. Nunja...sie war wohl besser vorsichtig und wartete auf seinen nächsten Zug.

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   09.01.17 18:17


"Und waf würden wir dann tun, Norat?", fragte er und hob den Kopf oberlegen, "Follen wir fo weiter machen, alf wäre nichtf gewefen? Follen wir einen auf Familie machen, willft du daf? Eine friedliche Welt, wo man Picknickf macht, und sich gegenfeitig liebhat? Nichft kann aber die Vergangheit auslöffem, wir find fu weit gekommen, wir ftehen kurf vorm Fieg, daf beweift deine Angft. Bift zu nervöf, Norat?"
Er wusste selbst, dass seine Ansprache wenig brachte, wenn er Sprach wie ein sprechgestörter Trottel. Aber etwas anderes war im Moment nicht drin. Seine Hand quetschte unwillkürlich das Stofftier in seiner Hand, welches eines dieser peinlichen Quietschgeräusche von sich gab, wie bei Hundespielzeug oder dem Kram, den Babys die ganze Zeit beim Wickel hatten. Tatsächlich, es war sinnlos, damit noch angreifen zu wollen, aber Norat irrte, dass man damit gar nichts mehr anfangen konnte. Er nahm das Teil, von dem er nicht mal wusste, was es überhaupt darstellen sollte und schleuderte es in Norats Gesicht.

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   09.01.17 18:31

Die Herzlose pustete sich eine der goldenen Locken aus dem Gesicht, nachdem sie quietschend von dem Plüschtier getroffen wurde. Ihre Augen musterten den Mann vor sich, welchen sie so gut kannte, so oft schon betrachtete und im Endeffekt trotzdem nicht verstand. Sie senkte die Schultern und ging erneut auf ihn zu. Ihre High Heels klackten mit jedem Stapfer lauter und donnerten selbst ihr in den Ohren, als sie Schritt für Schritt das Schweigen erschossen. "Natürlich wäre das eine Option. Aber ich bezweifle, dass diejenigen Frieden finden würden, denen du so stark zugesetzt hast. Sei es auf die eine oder andere Weise." Sie schwang die arme hilflos auseinander. "versteh mich nicht falsch. Ich hätte gerne wieder all meine Freunde und Kameraden um mich...aber vergessen würden sie niemals. Deine als auch meine Sünden ganz besonders nicht."
Sie trat ganz nah an ihr heran und tippte ihm mit dem rechten Zeigefinger auf die Brust. Sein menschlicher Verstand war offenbar schon zu weit weg, als dass er ihr im Moment etwas entgegenzusetzen hatte. Doch in dem Moment traf sie eine Entscheidung. Veritas hatte Recht. Es war Krieg. Und es musste einen Gewinner geben. Und egal wie hoch das Risiko war. Egal wie stark die Bedrohung ihr aufs Gemüt schlug. Dieser riesige Idiot vor ihr musste überzeugt werden. 
Sie sah noch einmal auf ihren geliebten Veritas hinab. Betrachtete einen Augenblick seine Muskeln, seine wunderschönen Augen, seine weichen aber robusten Haare und das Gesicht, was sie so sehr geliebt hatte. Dann lächelte sie traurig, als ihre Augen auf den Blick des Gefallen trafen. "Öffne dein Herz der Dunkelheit Ventus Obscurus..." sprach sie mit ihrer wahren, männlichen Stimme. Und dies war der Impuls, der Startschuss, der Kanonenschlag um den wahren Herzlosen herauf zu beschwören und zu erwecken, der ihr Geliebter einmal war. Der Kampf der beiden sollte jetzt erst richtig entbrennen.

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   11.01.17 22:31




„Man führt keinen Krieg, um Frieden für andere fu bekommen, man verfucht feinen eigenen Frieden fu erfaffen mit Hilfe von anderen oder auf deren Koften, wenn du ef fo nennen willft.“, meinte er, als sie ihm so nahe war wie schon lange nicht mehr, wie vielleicht niemals mehr, wenn alles so enden würde, wie er es sich vorstellte. Er hatte ihr Parfum in der Nase, welches wie eine feine kleine Blume in einem abgebrannten Schlachtfeld wirkte, viel zu gut für einen Ort, der schon bald zerstört sein würde.
„Glaub nicht, daff deine Verfuche, mich fu demütigen, irgendeinen Unterfied machen werden.“, meinte er mit einer düsteren Ruhe, „Einer von unf wird heute fterben und wieder mit unferen Freunden vereint fein.“
Er beugte sich leicht vor und sein Mund berührte Norats geschminkte Lippen mit einem gewissen Druck, von dem er einen Moment später abließ und stolz das Kinn vorreckte. Dann machte er einen Schritt zurück und sah den Herzlosen an, der in etwa so groß war wie er selbst.
Der Klang von Norats Stimme floss wie Äther durch seine Fasern. Vielleicht hätte er es als eine Warnung vor etwas unaussprechlich Dunklem hinnehmen sollen, aber er spürte das bloße Gegenteil davon, es war eine Befreiung. Es schien, als könne er jetzt erst atmen. Irgendetwas in seinem Innern war von einer Fessel geschlagen worden und baute sich just auf.
Veritas trat noch etwas weiter zurück. Es pumpte in seinen Händen und ein Zittern erfüllte seine Glieder, auf denen die Adern dick und hart hervortraten. Er versuchte zu atmen, aber mit jedem Zug kam weniger Luft in seine Lunge. Er taumelte, doch seine Beine hielten ihn aufrecht. Selbst wenn er hätte fallen wollen, er hätte es nicht gekonnt, wie er auch jetzt den Zustand nicht mehr hätte zügeln können. Er befand sich am buchstäblichen Punkt ohne Wiederkehr und es ringten in ihm Verzückung und Furcht vor dem Kommenden, das als nahender Gast seinen Platz einforderte. Er spürte es in seinem ihm nun klein und beschränkt erscheinenden Körper wüten und zerren, reißen und fetzen.
Die Augen des Herzlosen erbleichten zusehends und wurden von der kleinen schwarzen Pupille verschluckt, um einen Moment später mit einem bleichen hellen Strahlen wieder ausgespuckt zu werden, welches leuchtete und sanft noch den Schimmer eines sehr feinen Grüns in sich trug.
Die Härchen seines Körpers standen stramm, als sich plötzlich sein Rückgrat verbog und ihn nachdrücklich zu Boden auf alle Viere zwang, begleitet von einem lauten Knacken, bei dem sich Wirbel für Wirbel verschob und die Muskeln zwang, es gleich ihnen gleichzutun. Veritas‘ Handflächen fingen seinen Körper am Boden ab und hielten ihn auf allen Vieren, wenngleich zitternd, da sich seine Schultern verschoben. Sein Rücken wurde länger und bog sich; die Finger bohrten sich wie Klauen in den Boden.
Veritas warf seinen Kopf in den Nacken und stieß einen dröhnenden Schmerzenschrei aus, welcher alle vier Winde in Aufruhr versetzte und um ihn herum ihren Knotenpunkt finden ließ. Staub und Schutt wirbelten auf und hüllten den Herzlosen für das Auge andere unsichtlich ein. Man hörte nur seinen Schrei, der sich hörlichst veränderte, jeglichen menschlichen Ton verlor, als barst alles mit den Fasern des Männerleibs, der der Dunkelheit nicht mehr standzuhalten vermochte; Fleisch, Knochen und Gedärm ergaben sich dem Vieh der Dunkelheit, welches sich seinen Weg ans Tageslicht kämpfte. Es brauchte Platz dafür, es war viel größer als der kümmerliche Körper, der es bisher eingeschlossen hatte. Er zerbrach die irdische Hülle des Fleischlichen und erstand im Auge der Winde, die sich legten und die Sicht auf ihn freigaben.
Übermannsgroß und schwarz war er, mit einem Schweif, der den Boden unter sich zuckend peitschte. Das Maul voll mit großen scharfen Reißzähnen und Klauen, die sowohl furchteinflößend als auch tötlich anmuteten.
Er stand einige Meter vor Norat. Der Messer des Herzlosen wirbelten wie ein Halsband um seinen mächtigen Nacken und der Wolf stieß einen bedrohlichen Laut aus, halb Knurren halb Bellen. Langsam nur richtete er den Blick auf Norat richtete mit seinen kalten weißen Augen, wo irgendwo noch das Grün verborgen war, was wohl an den einsteigen Mann erinnerte.

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   11.01.17 22:43


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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   21.01.17 23:33

"All die Liebe, all der Schmerz...ist es das wirklich wert, mein gefallener Ritter?" aus wässrigen, traurign Augen verfolgte Norat die Transformation ihres Geliebten und hielt sich schaudernd die Oberarme. Ihre Haare flatterten in der aufbrausenden Dunkelheit, als immer mehr und mehr Menschlichkeit aus dem stattlichen Mann heraus driftete und Raum für das Biest bot. Mit jedem knackenden Wirbel, jedem brechenden Gelenk, welches die Finsternis in Schwärze hüllte, in animalische Dunkelheit überkamen sie die Erinnerungen. Und jedes Mal war es, als würde diese ihr aus der Brust gerissen. Es war vorbei. Der Veritas den sie kannte, den sie liebte zerbarst unter der Last seines eigenen, seufzen, sinisteren Herzens.
Und dann stand er vor ihr. Der Wolf, welcher ihr schon einmal den Atem raubte. Der sie so fasziniert hatte. Gänsehaut hätte man es nennen können. Die Leidenschaft, welche man gegenüber etwas hatte, welches einen schockierte, das Fürchten lehrte, aber doch irgendwie Anzog. Das Unbekannte Säuseln, dass einem dazu brachte etwas Grausames zu tun. Und als sie dann das düstere Knurren hörte musste sie an sich halten. Ihre Finger gruben sich in ihre Oberarme und sie starrte in die tiefen, leeren Augen der Bestie. Wie Rotkäppchen kam sie sich vor, als sie dem großen bösen Wolf gegenüber stand, welcher sie im Wald dazu verführte Blumen pflücken zu gehen, damit er ihre Großmutter fressen konnte. Doch daraus wurde an dieser Stelle nichts. Es stach ihr in der Brust, doch dann entspannt sie sich ein wenig.
Ihre Hände glitten an ihre Haare, welche sie noch einmal spielerisch durchfuhr. Ein ernster Gesichtsausdruck folgte der Bewegung und Norat war nicht länger danach mit ihm zu spielen oder ihn zu ärgern. Ihre wahre Stimme sprach aus ihrem Mund. Der süßliche, männliche, volle Ton. "Weißt du ich liebe dich. Ich habe dich nie aufgehört zu lieben. Selbst bevor du ein Mensch warst und auch als du das Privileg hattest einer zu sein. Selbst jetzt..." Ihre rechte Hand glitt langsam zur Seite und wie aus dem Nichts kam dort die andere Norat und ergriff sie. Es war der Schatten, die Kraft, welche sie einst versiegelte und durch tarXons Hilfe wieder ins Leben zurück gerufen hatte. Und als sich die Hände berührten löste sich der sekundäre Part des Herzlosen in schwarze Masse auf und streifte sich über den Arm seines Meisters. "Doch wenn du glaubst ich sehe weiterhin dabei zu, wie du meine Freunde und Familie opferst, zerstörst und in die Irre führst werde ich dir zeigen, was es bedeutet ein echter Herzloser zu sein."
Die Masse zögerte jetzt nicht mehr, das Alca vermischte sich mit Norats gesamtem Körper. Gurgelnd und knackend verhärtete sich das düstere, schleimige Material an vielen Stellen, arbeitete hier und da feine Teile heraus, düstere Verzierungen und bildete alsbald eine Schreckensrüstung, die einem Dunkelritter den grünsten Neid ins Gesicht hätte zaubern können. Und auch in dem Fall des Pfaus hörte man leichte Verschiebungen der körperlichen Statur. Das Element schien einen großen Bestandteil Norats einzunehmen. Als sich der Helm bildete strahlte aus dem Inneren ein kräftiges, begieriges Verführ-mich-Rot. Der Mund brach auf, zeigte schwarze, spitze Zähne und machte deutlich, dass Rüstung, Helm und Finsternis eins geworden waren. Der farbefrohe Herzlose, der friedliebende Paradiesvogel wurde in diesem einen Augenblick zu einem wahren Fürsten der Finsternis. Alca breitete sich in düsteren, wabernden Sehnen um ihn herum aus. Er streckte die Panzerhand heraus, als würde er den Wolf ein letztes mal an der Wange streicheln wollen. Und dann begann der wahre Kampf zwischen zwei der mächtigsten Herzlosen des Multiversums.

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   21.01.17 23:34


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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   24.01.17 19:33

Die Säbelzähne des Wolfes blinkten scharf im lichte des sich verdüsternden Tages. Die Stimmung des Untergangs lag in der knisternden Luft, in der die Anspannung eines Herzlosen verflogen war und der nun zum Urzustand, dem Wilden und Ungezügelten zurückgekehrt war. Wehe dem, der diese Bestie herausforderte oder nur ihrer ansichtig wurde.
Er sah mit lauernd zuckendem Schwanz zu, wie sein Gegenüber die schwarze Rüstung des Krieges anlegte und für einen Kampf wappnete, der vielleicht nur einen Ausgang kannte: Tod.
Der Tod schien unausweichlich und es war auch das einzige, das sich der Herzlose noch bewusst war. Vernichtung stellte etwas Handfestes für ihn dar, etwas der zwei Formen der Existenz, die für ihn überhaupt noch eine Bedeutung hatten, sein oder nicht sein. Etwas anderes gab es nicht und es hatte in seiner Simplizität doch den ganzen Zauber der Übermächtigkeit in sich, der wohl kaum von einer vernunftbegabten Person verstanden werden konnte. Wer das Sein hatte, der hatte die macht, er das Nicht-Sein hatte, der unterlag. Es war so einfach!
Er brüllte dem Ritter entgegen, als wolle er ihm zeigen, wie wenig es ihn kümmerte, dass er erschienen war, dass er keine Angst vor ihm hatte und auch, dass es nichts an der vorhergegangenen Situation änderte, bis auf den Verlust der Kultur in ihm, die schützend seine Temperament im Zaum gehalten hatte. Dann machte er einen beherzten Satz nach vorn und eine Sturmböe fegte mit ihm heran, als er seine Klaue nach dem Krieger schwang.

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   27.02.17 10:29

Die krallenartigen Füße, der Rüstung gruben sich in den Boden, als das Gebrüll und die heftige Böe aufkam. Ließen den Ritter an Ort und Stelle verweilen und dem Ungetüm in den Rachen starren. Als würde man Zeuge eines mittelalterlichen Kampfes zwischen Gallant und Drache werden. Was für ein Klischee. Doch für Norat schien die Atmosphäre doch recht romantisch zu sein, für so einen epischen Kampf. 
Als das riesige Vieh dann auch noch die Pranke erhob und gegen sie schwankte - und die Aktion hatte durchaus Wumms dahinter - hob sie den linken Arm zur Abwehr und ein ohrenbetäubender Knall wirbelte Staub und Asphalt auf, sorgte sogar dafür, dass das Licht an mehreren Häusern flackerte und ausfiel. Lampen platzten und schwarze Brocken der Straße wurden hin und her geworfen. 
Und als das Wirrwar sich legte stand Norat immer noch vor dem Ungeheuer, den Blick glühend dem Biest entgegen gerichtet. Dort wo die Pranke gegen schlug thronte ein dickes, riesiges, schwarzes Schild, welches vor Erd-Mana regelrecht überquoll. Goldbraun umschmeichelte das Element den Schutzwall aus Alca und versperrte der Pfote den Weg. Das Schlimmste daran aber war, dass dieses Ding robust, als auch weich war. Die Viskosität des Alca gepaart mit der beaniXsschen Sturheit. Alca war in der Lage Elementare Energie zu speichern und frei zu lassen. Die Menge und die Zeit war zwar begrenzt, aber zum jetzigen Zeitpunkt war es der herzlosen Schönheit äußerst nützlich. Der Schild war ein Gruß ihrer neusten Konkurrentin. Bibi hatte erst vor kurzem ihr Studio aufgemacht, doch schon jetzt herrschte reger Trubel zwischen der Beautypalace Besitzerin und der Schönheitskönigin. Doch beide wussten, wie wichtig es war diese Welt und vor allem ihre Marktstandorte zu beschützen. Was waren D-Links doch nützlich. Etwas, was jemand wie Veritas wohl noch nicht verstand. Kraft aus der starken Freundschaft zu schöpfen.
Sie hob dann den anderen Arm und gab einen Befehl. "Sitz!" dröhnte es unter dem Helm, welcher kein helb war hervor und von oben schoss eine immense Gravitationswelle auf den Höllenköter zu, welche ihn im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich platt machen dürfte. In violetten Farben sah man noch glitzernd die araiksche Orbitalkanone im Himmel schweben. Zwei Dimensions Links auf einmal. Das musste viel Kraft kosten. Doch Norat scheute sich nicht alles zu geben, was sie hatte. Veritas musste begreifen lernen. Selbst in seinem jetzigen Zustand.

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   04.03.17 0:37

Es war das Aufeinandertreffen von Kräften, die mit geballter Kraft aufeinandertrafen, obzwar ihnen noch der Kraftakt der wahren Urnatur fehlte. Sie kämpften, aber noch nicht voll. Das wusste selbst Veritas, der kaum noch sein eigenes Wesen spürte, sondern nur die geballte Ladung Impuls war, der zu Form gelangt war wie auf Grundlage eines seltsamen Zufalls.
Wie der erste D-Link seinen Angriff blockte, war Veritas im ersten Moment versucht, einen zweiten Angriff nachsetzen, um den Schild vielleicht durchbrechen zu können oder Norat in flagranti mit einem Hieb zu treffen, aber deren zweiter D-Link versalzte ihm diese Suppe gehörig. Wenn er noch hätte in klaren Sätzen denken können, so hätte er wohl etwas gedacht wie 'Verdammte Schwerkraft' oder 'Scheiß Macht von Liebe und Freundschaft' oder etwas ähnlich konstruktiv-negatives, das diese ganze missliche Lage unterstrich.
sein nunmehr riesiger Körper wamste mit einer ordentlichen Wucht auf den Boden und erschütterte diesen wie ein umstürzendes Gebäude im Herbst, wenn bekanntlich alle Gebäude von Bäumen fielen oder so ähnlich, er konnte es beim besten Willen nicht mehr genau sagen und das beunruhigte ihn nicht einmal, denn an sich war sein Innerstes nur ein Dunst.
Sein Maul schnappte in die Luft und an den Winkeln tropfte weißer Schaum, welcher dabei in die Luft gesprüht wurde. Es folgte ein Knurren und die Bahn der Messer änderte sich in die entgegengesetzte Richtung. D-Links mochte die gute Norat ja haben, aber Veritas hatte etwa ziemlich ähnliches in petto und zwar eine ungezügelte Wut.  Die Messer begannen einen größeren Radius zu fliegen und da sie im Vergleich zu dem großen Körper der Macht des  Windes und nicht der der Gravitation unterlagen, war ihre Flugkraft uneingeschränkt und frei.
Sie schwärmten aus und bohrten sich alsbald in unter die Pfoten des ehemaligen Militärs, wo sie sich drehten und einen Aufwind erzeugten, der den ganzen großen Wanst in die Höhe stemmte.
Hernach, als Veritas wieder aufrecht war, die Brust vorgestreckt und drehte er sich herum schlug mit seinem gewaltigen Schweif, welcher Feuer fing wie eine Peitsche, die in Flammen stand, nach dem schwarzen Ritter aus. D-Links mochte Norat ja haben, aber Veritas hatte auch etwas ähnliches, mal abgesheen von seiner Wut und das war die Loyalität der Kräfte der noch lebenden Herzlosen.

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   05.03.17 21:29

Sich mit Wind gegen die Gravitation zu wehren musste anstrengend sein, selbst für so einen Höllenwolf. Immerhin brachte Veritas in dieser Gestalt auch wesentlich mehr auf die Wage, als in seiner zuckersüßen menschlichen Gestalt. Der Effekt den Norat aber erzielen wollte, war dem Biest aber sicher klar geworden. Und der Verstand, welcher in dem Wolf, wie hinter Gitterstäben dem Treiben zusah, würde wissen was sein Kollege damit zu bezwecken versuchte. Er zeigte ihm, dass die Kraft aus einer Freundschaft heraus immens starke Formen annehmen konnte. Und das schönste war, dass sich Veritas, wollte er gewinnen, ebenso den Kräften seiner Loyalen bedienen musste. Alles, was er von ihnen gelernt hatte und sei es auch noch in einer so unbedeutenden Minute gewesen, müsste er hier einsetzen. Denn Norat kannte jeden der Herzlosen, wie ihre Westentasche.
Das Monster griff mit flammenden Peitschenhieben an, doch elegant, wie Norat war, hechtete sie an den Schlägen vorbei, machte einige Flickflacks und brachte so eine genügsame Distanz zwischen sich und ihren Gegner. Zum Stoppen kam sie aber erst, als sie die Krallen in den Asphalt grub, damit sie ihren Ritterkörper anhalten konnte. Und wie im Reflex bohrten sich die Hände noch ein Stück tiefer hinein. Der schwarze Boden unter ihr verlor dann die Konsistenz und wandelte sich zu etwas anderem, ähnlich wie Teer. Schnell breitete sich dieser Sumpf aus und würde alles, was er berührte verschlingen. Damit nicht genug, zerrte der Transenritter mit einem gewaltigen Rück einen schwarzen Speer aus der Masse hervor. Blau leuchtend berstete das Alca von ihm ab und präsentierte einen grazilen Walkürenspeer. Sie wirbelte die Waffe einmal um sich herum und nahm eine herausfordernde Pose ein.
Der Weg nach Oben war Veritas einzige Chance zu entkommen, doch dann würde die liebliche Lanze der stummen Kriegerin schon darauf warten ihm Feuer und Eis näher zu bringen.

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   03.04.17 23:01

Veritas hatte in diesem Kampf wirklich den Hauptgewinn gezogen, wenn man davon ausging, dass sein Gegner ein wildgewordener Transenritter war, war wohl abzusehen, dass nun ein ziemlich kunterbuntes Arsenal an Attackes auf ihn zuschleuderte, welches wohl mit der Logik der Freundschaft einherging, die keine Logik an sich war, sondern schlichtweg nur Bündnispolitik und Eitelkeit. Es wäre wohl interessant und schön gewesen, hätte er solcherlei Dinge seinem Gegner zurufen können, um ihn ein wenig daran zu erinnern, dass er, Veritas, hier eigentlich der Größte war und wohl immer sein Würde, bis dass der Tod ihn verscheiden ließ. Zu bedauerlich aber, dass die animalische Seite des Herzlosen soweit überwog, dass er wohl nicht mehr als ein dezent verständliches Grunzen oder Schnauben zustande gebracht hätte, das mächtig viel Raum für Interpretationen gelassen hätte.
Aber das war alles nichts gegen das Problem mit diesen See aus Schleim, der sich unter ihm gebildet hatte und, man glaubte es kaum, das Zeug glitzerte auch noch wie Mamma Jamimah's Apfelpudding. Normalerweise ein Einlass für einen abwertenden Kommentar, aber da dies wegen eingangs erwähnten Grund nicht möglich war, sparte die Bestie dies aus und machte sich lieber daran einen Angriff zu benutzen.
Elegant hatte Veritas ein Vorderbein angezogen und schwebte grazil in der Luft herum, als er plötzlich dein Feuerschweif wieder knapp über den Boden gleiten ließ, jedoch nicht um zu verbrennen, sondern um das Gegenteil hervorzurufen. Noch im Gleiten wandelte sich das Feuer in Wasser, jedoch sollte der Schweif keinen vom Platz fegen, noch nicht, er brauchte diesen Zug lediglich, um die Transformation von Feuer zu Wasser vorzunehmen, für welche Alchimisten seinerzeit gemordet hätten. Der Schweif vollzog eine geradezu perfekte Kurve, eine halbe Uhrumdrehung, wonach, als der Schwanz mit der Spitze auf zehn Uhr stand, bündelte sich das Wasser und der der schwanz preschte wieder nach unten auf sechs Uhr und eine Sturmflut von oben klatschte auf das Feld glitzerndem Alca wie in der berühmten Szene aus 'Flashdance', nur eben ohne, dass jemand 'What a feeling is believing' intonierte.

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   08.05.17 11:33

Wie erwartet versuchte der Wolf der Schlinge aus Alca zu entkommen indem er schwebte. Doch die Verwandlung, welcher sein Schweif mitmachte, wies auf etwas anderes hin, als Norat kalkuliert hatte. Unterbewusst schien er ebenso wie sie die Kräfte zu nutzen, welche Loyal zu ihm waren. Doch in einer anderen Form. Er wirkte sie auf sich selbst und verinnerlichte sie gänzlich. Nunja, sei es drum. Sie drehte den Speer in den Händen und klemmte ihn leicht in die Achsel, als die Sturzflut hereinbrach. 
Ein Satz zur Seite und ein kräftiger Stoß, des Alca unter ihren Füßen ließ sie an die nächste Hauswand springen, wo sie sich mit einer Hand festkrallte und von dort den Nächsten Satz nach Oben machte. Der Blick wie das Wasser die Schwärze und glitzernden Bestandteile ihres Elementes mit sich riss hatte schon etwas magisches. Doch durfte sie sich von den Wogen des Ozeans nicht blenden lassen. 
Doch als sie da so im Sprung war, sah sie etwas schlichtweg schreckliches. Das Schloss, das im fahlen Mondlicht eben noch von den Facetten des Schutzzaubers umgeben war, erstrahlte in einem erschreckendem Licht. Der Zauber barst und legte das Schloss brach für Angriffe jeglicher Art. Diese eine Sekunde reichte um Norats Entscheidung zu prägen. Sie musste das hier schnell beenden. Doch sie durfte ihren alten Freund auch nicht aufgeben. Nun gut. Ihr blieb keine Wahl.
Sie wirbelte den Speer, setzte ihn auf Anschlag und warf ihn nach unten. Er brach durch die Fluten und ließ die brechenden Wellen augenblicklich zu Eis erstarren. Die Kombination aus Azurnem Wasser, rotem Eis und dem glitzernden, schwarzen Alcamassen war ein immens beeindruckender Anblick. Doch keine Zeit für Schönheit. 
Der Ritter stürzte hinab. rutschte an den eisigen Wänden entlang und im Augenblick des Staunens und der Verwirrtheit, schoss sie an dem Wolf vorbei und riss das vorletzte Messer, vom hals des Ungetüms. Die Schnelligkeit dieses Aktes allerdings, ließ sie ziemlich straucheln und sie musste sich tief ins Eis mit den Krallen graben, um nicht umzufallen. 
Sie schnaufte, stieß das Messer in den gefrorenen Boden, dass sich daraufhin in einen kleinen Plüschwolf verwandelte, der Lustig quietschte. Fast geschafft. Nur noch ein Messer. Nur noch eins, dann konnte sie ihn retten...befreien.

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   13.06.17 22:42

Da hatte es ihm doch glatt den Schwanz eingefroren! Einer der wenigen Sätze, die man in Gegenwart Norats wohl eher selten hörte; es war eher etwas, das wohl zu Ajnat oder Xantja gesagt wurde, wenn er es recht bedachte, wenn er noch zu einem klaren Denken fähig gewesen wäre.
Er bekam an sich nur noch wenig um sich herum mit. Einzig sein Gegner war eine Komponente von Wichtigkeit, hinter der alle anderen Dinge ein Dunst waren, der an Nichtigkeit kaum zu übertreffen war. Ein klarer Moment, nur eine einziger, hätte Veritas vielleicht in diesem Moment, in welchem im Schloss grad die Hölle los war, dazu gebracht, von diesem aberwitzigen Unterfangen zurückzutreten. Aber das Tier war anderer Ansicht. Es ollte den Fremdkörper beseitigen und hielt an diesem Vorhaben sogar noch fest, als es hilflos in der Luft schwebte, ein weiteres Messer verloren.
Er konnte sich nicht mehr bewegen, denn sein Schweif aus Wasser war mit dem Wasser des Bodens zusammengefroren. Wie ein Hündchen, das Männchen machen wollte, hing er da und versuchte mit seinen Pfoten paddelnd nunmehr vergeblich vom Fleck zu kommen. Der richtige, wahre Veritas hätte es wohl nie so weit kommen lassen, aber der Wolf war ein triebgesteuerter Narr, der mit dem Schädel durch jede Wand schmettern würde, nur um voran zu kommen, statt die drei Meter weiter entfernte Tür zu benutzen. Und so jagte er sich zwangsläufig selbst ins Aus, denn er entkam seiner Falle nicht, wenngleich er wusste, dass er nach Verlust des letzten Messers mausetot und erledigt sein würde. Das Ende war unausweichlich.
Er knurrte aggressiv und fuhr die Krallen aus. Was sollte es bringen? Eventuell noch ein Ass aus dem Ärmel schütteln? Wäre er bei Verstand gewesen, hätte er sich das wohl gespart.

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BeitragThema: Re: Wolkenkratzer der Erinnerung   22.06.17 10:09

Der adrette Herzlose in der Rüstung, wusste nicht, ob er Veritas im Moment niedlich oder gruselig finden sollte. Immerhin war seine Gestalt wie aus einem Alptraum, zumindest, wenn man von gruseligen Terrorwölfen träumte. Andererseits war diese Hilflosigkeit gerade ziemlich belustigend. Aber sie durfte sich nicht ablenken lassen. Es war noch nicht vorbei. Sich ein Kichern unterdrückend setzte sie zum Finalen Schlag an. 
Der Verstand ihres Freundes driftete immer weiter weg und schon bald wäre er gänzlich verloren, doch so weit würde die Ritterin es nicht kommen lassen. Veritas bedurfte es einer Generalüberholung. Für einen gewissen Zeitraum glaubte sie noch, dass auch ihr langjähriger Freund die Kraft des Transzendierens nutzen könnte, um auf den dritten Rang der Herzlosenwelt zu wechseln. Doch ihm fehlte es offensichtlich an Herz, um diese Wandlung zu vollziehen. Aber das war nicht schlimm. Norat hatte genug Ambitionen und Herz für sie beide und zum Teufel, sie würde es mit ihm teilen!
Ein letztes Mal atmete sie durch und bereitete sich auf das Finale vor. Dann schoss sie wie ein Hochspannungs-Projektil in Veritas Richtung und schnappte sich das letzte Messer. Fast hätten sie die Reißzähne des Wolfes erwischt, doch das Risiko war ihr in dem Moment gleich. Ihre Konzentration regulierte sich schon auf die Magie, welche einen großen Teil ihrer Kraft aufzehren würde. Doch was tat man nicht alles für die Liebe? 
Als sie landete warf sie das Messer, wie ein Elite Soldat nach oben. Es drehte sich und landete dann in Form eines Plüsch-Schafes, vergnügt quietschend auf dem Boden. Jetzt war Schnelligkeit gefragt, denn die Waffen des Wolfes waren vernichtet. Sein Verstand hing am Abgrund und Norat musste die Hand ausstrecken, um ihn festzuhalten. Dass er sich im Moment nicht bewegen konnte, spielte ihr zu. Sie warf den Arm in seine Richtung, spreizte die Hand aus und sogleich flogen alle Kuscheltiere auf den Wolf zu und umkreisten ihn.
Norat drehte die Hand und ein Lichtpuls sprang von einem zum nächsten Kuscheltier. Mehr und mehr leuchteten die Tiere und versuchten Erinnerungen in den Wolf zu transferieren. Erinnerungen an Norat, die Herzlosen, die Ausflüge und die Kämpfe. Sogar an die wenigen friedlichen Tage, die sie hatten oder die leidenschaftlichen Momente, welche die Herzlosen zusammen genossen. Und natürlich die vielen vielen Tode seiner Kameraden. Doch nicht nur Erinnerungen flossen in den Wolf. Denn so wie Norat die Kraft ihrer Kameraden anzapfte, pumpte das Licht auch deren Emotionen in den Wolf hinein. Ajnats Angst, als sie gefoltert wurde. Fiels Liebe für ihren Niemand. Crams bedrückende Langeweile. Ein bisschen von Chloes Wahnsinn und Enibas Wissensdurst. Sueds Respekt vor ihm und Araiks Staunen und Norats Fürsorge. So vieles, was es gab. So vieles, was ihm wahrscheinlich erst in diesem Moment bewusst werden würde.
Das Licht nahm überhand und vermischte sich mit den Schatten. Ein Kokon aus beiden bildete sich um den Wolf und fing ihm in einer Kugel, aus der es nur ein Entkommen gab: Die Entwicklung zu einem Usurpator. Norat aber lies nicht zu, dass er seine volle Kraft jetzt schon nutzen könnte. Denn so wie sie ihn kannte, lernte er seine Lektionen nur mühselig. Und wie bei den Hexen in diesen lustigen Ramschläden, die sich ihre ursprüngliche Gestalt durch ihre Schüler wieder verdienen mussten, so musste sich auch Veritas das Recht wieder verdienen, menschlich zu sein.
Das Strahlen wurde immer heftiger und dann explodierte alles Supernova-artig in einer Milliarden glitzernden Funken. Norat wurde von dem Licht aus ihrer Rüst-Gestalt heraus befördert. Die Schatten schälten sich wie Staub von ihrer Haut und dann starrte sie gebannt auf den Nebel aus Lichtpartikeln. Hoffentlich hatte es geklappt.

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