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 Das Dorf Fen-Ri:r

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Xantja
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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   13.07.16 16:32

Die Fragmente lösten sich allmählich auf und das Lächeln ihrer Herzlosen brannte sich in das Gesicht des kalten Glanzes. Sie sah die funkelnden Glitzer und brechenden Gläser neben sich in die Dunkelheit erschwinden, bis sie nur noch auf einem einzelnen, hellblauen Stück Glas stand. Jetzt da die Herzlose verschwunden war und sie sich in der Finsternis wiederfand, schreckte sie zusammen. Endlich gelang es ihr ein Gefühl zu fassen. Eine Wirklichkeit zu erkennen. Ajnat hat ihr das Leben gerettet. Sie sah in ihre Hand und fand dort das Schwert ihrer Mutter. Es war bis eben nicht da und doch umklammerten ihre Finger jetzt fest den Griff dieser Klinge. Das blaue Stück Glas rutschte unter ihren Füßen hervor und schwebte vor sie, drehte sich und wandelte sich zu einem großen Spiegel. Nein.Kein Spiegel. Ein Schild. Ihr Schild. Der Siegel nach Jazzphalen und darin sah sie sich zum ersten Mal nach dem Verschwinden Yggdrassils. Ihre linke Hand griff an ihre Augen und betrachtete sie. Ihre Pupillen waren Rot, ihre Iris Eisblau und ihre Haare hatten sich etwas verändert. Sie legte die Hand an ihr Spiegelbild und lächelte ihm entgegen. „Deine Entscheidung war also Erlösung? Meine allerdings wäre Rache gewesen.“ Sie sah zu ihrem Schwert und dann zurück zum Spiegel. „Ob ich dich rächen kann, weiß ich nicht. Aber ich werde für dich weiterleben. Versprochen.“ Sie sah ihrem Ebenbild entschlossen entgegen und dann tiefer durch den Spiegel in die Realität.
Dort war Mutter beschäftigt den primitivsten Heilzauber zu wirken, der einem hätte einfallen können. Ein ekelerregendes Gemisch aus Heilwurzeln, Kräutern und magischen Kristallstaub war wohl der Katalysator. Xantja rümpfte die Nase. Was viel dieser stümperhaften, korpulenten Frau ein sie mit so einem dilettantischen Zauber zu behandeln? Ihr altes Ich meldete sich zu Wort. In der Tat, sie hatte viele Facetten und nun regte sie sich über dieses Untalent an magischer Kraft auf. Aber egal. Ihre Mutter rettete ihr das Leben und sie beschwerte sich noch, wie diese Person es zu vollbringen gedachte. Typisch Xantja. Typisch Xantja ? Ja...sie war wieder sie selbst. Das melancholische Gefühl, das Gefühl der Rache und die innere Traurigkeit waren verblasst. Sie sah sich selbst, halb erstochen. Sah ihre Mutter, die sich stümperhaft um sie kümmerte und sie sah ihre Freundin BeaniXs, welche sich um sie sorgte. Ihr Herz schlug einen Beat höher und sie verfluchte sich für ihren Mangel an magischer Kraft. Aber Nein. Sie half DornaX damit zu entkommen,rettete ihm dadurch wahrscheinlich auch sein Leben, also was solls.
Sie presste ihre Hand gegen das Spiegelglas „Wenn ich doch nur nicht so verdammt unvorsichtig gewesen wäre ! Xantja du riesiger Volltrottel!“ Ihre Finger drangen in das Glas ein und unwirklich kroch es über ihre Haut, zog Linien, ähnlich eines Schaltkreises. „Ich habe keine Zeit mich an irgend einem Ort des Erwachens rum zu treiben. Ich hab noch einiges vor! Sterben ist auch keine Option, also lass mich hier endlich raus!“
Das Glas barst nicht, aber es zerrte sich immer weiter über ihren Arm, ihren Körper, ihr Gesicht. Sie erkannte es nach einer ganzen Weile von selbst, aber scheinbar war sie instinktiv auf einem heilenden Weg. Nicht nur was ihren Körper angeht, sondern auch ihre Magiekreisläufe. Immer mehr Gfühle überkamen sie, immer mehr spürte sie ihren eigenen Körper, ihre Sinne, ihre Wunden und ihre Anstrengung. Sie fühlte das Leben zurück in ihr Herz kriechen und grinste irrsinnig. Mit einem satten Strahlen zersprang der Spiegel dann und ein lautes Herzklopfen katapultierte sie aus dem unterbewussten Raum zurück in die Realität.


Mutter strich über die Haut und sie schwitzte wie ein Hochleistungssportler im tiefsten Sommer. Die Frau beherrschte keine Magie, sie hatte wahrscheinlich nicht einmal richtige Magiekreisläufe, Sie schnaufte und zog grimmige Gesichter. Doch ganz gemächlich schlossen sich die Wunden und sie spürte wie die Farbe zurück in das Mädel krauchte. Als der letzte Riss in ihrer Haut geheilt war, senkte die Frau die riesigen Hände und wischte sie sich sauber. „Nu gömmer nur hoffn dasse n Wech zurick findet.“ Sie nahm das selbe Tuch und putzte sich den Schweiß von der Stirn, ehe sie ein anderes in kaltes Wasser tränkte und der Verwundeten auf die Stirn legte. Der Körper atmete schwer und unregelmäßig und der kalte Schweiß rann unaufhörlich über das zarte Gesicht des Mädels, welches im Inneren gerade versuchte durch ihren Spiegel zu entkommen.
Stunden vergingen. Stunden des Bangens um den kalten Glanz. Mutter legte sie in der Zeit auf die Couch, welche schon immens durchgesessen war. Aber der Tisch wurde ja noch gebraucht. Sie servierte BeaniXs indessen den ein oder anderen Kakao und wechselte das kalte Tuch immerzu aus.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   15.07.16 22:52

Für Beanixs waren es die quälendsten und unerträglichsten Stunden, die sie sich in dem Moment vorstellen konnte. Noch nie hatte sie solange warten müssen, bis eine Heilung sich durch Magie vollzog. Es wirkte schier widernatürlich und vermutlich war das ganze magische Spektrum an sich eh schon widernatürlich, aber wenn es das einzige darstelle, was Xantja helfen konnte, dann konnte ihr die Natur den Buckel runterrutschen. An sich wünschte sich Beanixs eigentlich nur, dass die Widernatur ihren Dienst verrichtete und endlich anschlug, aber die ersten Stunden sah es eher so aus, als würde sich alles nur noch verschlimmern. Womöglich kannte sich Mutter doch nicht so gut aus, wie sie weismachen wollte, und vergaß darüber hinaus die Hälfte. Vermutlich fehlte der Kehlkopfgesang der Inuit oder eine Eskimofrau mit einem herausragenden Vorbau - es konnte alles mögliche fehlen, sogar eine billige Duftkerze und Beanixs konnte selbst auch nicht viel mehr beitragen, als hier zu sein und zu Warten, vielleicht auch zu hoffen, wenngleich sie hoffen ziemlich blöde fand.
Nach einiger Zeit musste sie an den Zeitsprung denken, den sie mit Xantja vor kurzem gemacht hatte. Sie fragte sich, wann es wieder passieren würde und was passieren würde, wenn es passieren würde. Denn offengestanden war es doch möglich, dass es den Tod des kalten Glanzes nach sich ziehen könnte, wenn sie plötzlich von einer Zeitspähre in die nächste katapultiert werden würde.
Eine Ewigkeit verging. Sie wusste nichts mehr mit sich anzufangen und trank deswegen wohl auch einen Kakao nach dem andern und nach dem ein oder andern musste sie jedes Mal ganz dringend austreten, um danach wieder zu warten und Kakao zu trinken. Wirklich eine Tortur.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   19.07.16 20:30

Unterbewusst war der Ritt entgegen der Realität nicht gerade einfach. Auf dem Weg durch die Finsternis, fernab vom Licht blitzten dem kalten Glanz viele Bilder und Erinnerungen auf. Es war wie ein Tunnel aus Bildern und Filmsequenzen, die sie geprägt hatten. Einige waren schlichte Gedanken, Flüchtige Momente. Xantja auf der Couch. Ruhige Situationen. Bücher, welche sie las. Andere waren Brisant und wild. Kämpfe. Zeit mit AhcXsas und BeaniXs. Erinnerungen an Freunde und Feinde. Doch im Moment regte sie sich nicht über dieses Erinnerungsflimmern auf. Sie merkte es gar nicht, doch sie Lächelte. Sie lächelte dem Ende des Tunnels entgegen. Sie starb fast, doch die Umstände, welche sie hierher führten und die Strapazen, welche sie durchmachen musste, prägten sie. Die Verbindung mit BeaniXs puren Kräften verliehen ihr Einblicke, welche mehr als nur intim waren.
Sie öffnete die Hände und schloss sie wieder. Sie fühlte, dass sie noch am Leben war. Sie spürte ihre Haut, ihr Blut, ihr Herzklopfen. Alles fühlte sich real an, obzwar sie immer noch durch den Ort des Erwachens glitt. „Ajnat, du hast mir deine Kraft anvertraut, obwohl du wusstest, dass du dadurch gänzlich verschwindest. BeaniXs hat mir ihre Kräfte anvertraut mit dem Risiko, dass wir beide sterben. Ich bin dankbar dafür. Aber ich komme nicht aus meiner Haut raus. Mein gehirn rattert. Meine Gedanken überschlagen sich.“ Sie legte die Hand kühl ans Gesicht und drehte sich im Flug nachdenklich. „Reines Mana kann also auch fließen, wenn die Magiekreisläufe ziemlich verbrannt wurden ? Also muss ich das doch selber irgendwie kontrollieren und reparieren können...“ Sie sah auf die Sequenzen und Bilder, ließ sich aber nicht beirren und konzentrierte sich. Ein kurzer Griff rückte ihre Brille zurück auf die Nase und sie ging in sich. Tiefer. Noch viel Tiefer als ohnehin schon. Sie ging ihr anatomisches wissen durch. Huschte über die Blutlinien über die Nervenenden, kroch hinab in die Zellstrukturen, die Atome und Molekühle. Sie strengte ihren Kopf an, doch sie konnte es nicht ganz greifen. Eis zuckte durch ihre Venen. Kälte kroch ihr durch die Knochen. Noch ein Meter tiefer, noch ein Stück mehr. Frost griff nach ihren Knochen und nach ihren Synapsen. „Mein Name ist Xantja. Mein Element ist das Eis. Meine Heimat ist Nordhain Jazzphalen. Ich bin die Nummer Vier der Organisation. Der kalte Glanz.“ Schneeflocken bildeten sich zart auf ihrer Haut, als sie sich selbst wieder fand. „Nein...mehr noch. Ich bin der Schmied des Winters, ich bin die Schwester des Phönix und die Tochter der wahren Skadi. Und ich bin ein Niemand.“ Sie senkte die Augenlider und spürte das Mana in sich rumoren. Dann schlug sie sie wieder auf und sie brannten mit einer eisigen Intensität, welche sie zuvor noch nie erreicht hatten. „Ich weiß wer ich bin. Und ich weiß was ich bin.“ Sie hob die Hand und ein Sturm zog auf, fror die Bilder und Szenen ein, hüllte alles in Eis und zersprang dann mit einem lauten Klirren in strahlendes Weiß.
Die reale Xantja schlug im selben Moment die Augen auf und der Tisch und ein Umkreis von einem Meter um sie herum wurde ganz plötzlich von einer dicken Eisschicht erfasst, welche am Ende verschiedenfarbige Kristalle mit sich zog. Die Katze war wohl unbeabsichtigt aus dem Sack. Doch Mutter brachte wohl zu dem Zeitpunkt die Kinder ins Bett. Glück gehabt.
Sie richtete sich auf und spürte die heftige Bürde ihrer Schmerzen erneut. Die Wunden waren weg, sie glitt mit der Hand über ihren Bauch und spürte immer noch den Schmerz des Schwertes. Dann sah sie sich um, war immer noch etwas wirr, aber war froh in ein bekanntes Gesicht zu blicken. Sie wollte sprechen, doch ihre Stimme war heiser und belegt. „Ich...ich bin wieder da...“

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   25.07.16 20:52

Nein, sie durfte jetzt nicht von Xantjas Seite weichen, sagte sie sich und versuchte sich selbst soweit zurück zu nehmen wie sie konnte und auch alles andere, wenn es sich nicht gerade um Xantja handelte, weitgehend auszublenden. Es war nicht leicht, aber sie tat es gern, denn immerhin ging es hier im ihre Xantja, oder etwa nicht? Je länger sie warten musste, desto unsicherer wurde sie in dieser Hinsicht, wurde aber wieder bestärkt, als die Kinder von der zwei Kilometer entfernten Schule nach Hause kamen. Ihr Gepolter und Gelärme war schrecklich. beanixs war froh, dass Mutter eingriff und sie zur Räson brachte, das hieß, zum Mittagessen und den Hausaufgaben, wonach aber das Spiel losging, die Kinder davon abzuhalten, auf ihrer Freundin herumzuspringen, sie aufzurütteln oder ihr Penisse ins Gesicht zu malen. Es wunderte Beanixs eigentlich, dass Xantja davon gar nicht aufwachte und auch als Beanixs wirklich böse schimpfen musste, weil die Blagen, die schon lange keine süßen kleinen Pummelbabys waren, einfach nicht hören wollten. Nicht viel hatte gefehlt, dass sie ihnen nicht eine gedachtelt hätte und das wäre noch gnädig gewesen, denn nur NIEMAND durfte auf Xantja rumhüpfen!
Aber der Wahnsinn streckte sich bis zum Abend fort, wobei die Stille Heldin langsam spürte, wie ihr der Geduldsfaden riss und sie bald ein sehr großes Donnerwetter verursachen würde, wenn die verfluchten Blagen - bei denen sie sich langsam durchaus denken konnte, warum deren Eltern sie an diesem gottverlassenen Ort abgeladen haben - nicht bald ihre Schnauzen hielten.
Kurz vor der Zubettgehzeit nach nach weiteren Beruhigungskakaos - oh sie musste ja sooo dringend! - sah sie die Bewegungen von Xantjas Körper und spannte sich ein wenig an.
"Oh ja bitte, wach auf, Xantja!", sagte sie fast apathisch und wartete gespannt auf weitere Bewegungen, die zwar auf sich warten ließen, aber die kamen und Beanixs war fast schon ein wenig negativ überrascht, als der Frost einsetzte und sie das Pech hatte, zu nahe am Kalten Glanz zu sitzen. Durch ihr stundenlanges Sitzen waren ihre Beine müde geworden und sie kam nicht schnell genug am Fleck; Pech für sie, denn sie wurde leicht eingefroren.
"Chööön daff eff dir beffer geht ...", sagte sie mit gefrorenen Lippen.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   25.07.16 23:10

Der kalte Glanz räusperte sich einmal um wieder Kontrolle über ihre Stimme zu erlangen. Sie sah sich um und ihr Blick glitt über den Raum, den Tisch, das Eis und zu BeaniXs, welche dezent in Frost gehüllt war. Sie streckte die hand nach ihr aus und berührte ihre Wange sacht. Das Eis begann für einen Moment warm zu werden, schimmerte Rot und löste sich dann in glitzernden, Purpurschnee auf, der zur Decke hin einfach verschwand. Sie blinzelte BeaniXs entgegen und der selbe Karmesinglanz huschte kurz über ihre Pupillen. Ihre Hand zog sie wieder zu sich, betrachtete sie etwas, schwang sie kurz herum, was zur Folge hatte, dass einige Eissplitter darin entstanden, die dann eine Art Frostklinge bildeten, die zu Boden (oder eher zu Tische) fiel. Sie traute den Geschehnissen noch nicht ganz. Ihre Miene war ernst und skeptisch. Sie drehte sich wieder zu ihrer Kollegin und setzte dazu an etwas zu fragen, doch stoppte in ihrem Atem, zuckte mit den Augen zur linken Seite, überlegte und setzte ihren Blick zurück auf Ausgangsposition. "Ich lebe noch, oder ? Selbst wenn ich im Leben ein Miststück wäre, würde meine Hölle nicht sein, mit dir in diesem haus gefangen zu sein. Zumindest hoffe ich das. Schließlich gibt es schlimmeres. Und meine Kräfte habe ich auch...und Hades fürchtet sich vor ihnen." Sie versuchte ruhig und kühl zu sprechen, wie die analytische Wissenschafterin, die sie einst war. Kurz dachte sie noch über die Äußerung und die Blicke der Steinmetzin nach, dann aber grinste sie und drehte sich im Schneidersitz ganz zu ihr hin. Sie glitt sich durch das seltsam schimmernde Haar, welches jetzt im Moment ein ganzes Stück kürzer, aber immerhin wieder blau-grün, wie eh und je war. Sie erklärte, was sie gesehen hatte und, dass sie auch mitbekam, welche alte Magie ihre Mutter dort wirkte. "Und das machte mich stutzig. Wenn eine Frau Magie wirken kann, ohne auch nur ein geringes magisches talent zu besitzen, dann muss der Ursprung des Mana tiefer sitzen, als ich bisher angenommen hatte. Und präzise das hatte ich mir zu Nutze gemacht...wie man unschwer erkennen konnte. Ajnat hat dem nicht minder zugetragen. Ich schätze als du mich in dem Krater gefunden hast hat ihre letzte Kraft mich geschützt und ist auf mich über gegangen." Sie seufzte und legte eine Hand auf das restliche Eis, was in einem ähnlich hübsch anzusehenden Funkeln verschwand. Die Wärme, welches kurz auf es über ging erinnerte an eine gütige Hitze, als würde man kurz Urlaub machen und sich in der Sonne strecken. Als das Eis weg war aber spürte sie die Stelle des Einstichs und zuckte kurz zusammen, als sie sich an den Angriff erinnerte. Sie bewegte kurz die Lippen, dann sah sie ihre Freundin an und starrte ihr geradewegs in die hübschen roten Äuglein. "Danke BeaniXs." äußerte sie kühl und direkt.
Dieses Danke war höchstwahrscheinlich mehr wert, als alle anderen davor. Es kam von Xantjas gefasstem Ich. Das Ich, dass nicht gerade starb oder dabei war risikohafte Todespläne auszuführen. Es kam von der Überlebenden Xantja, der Wissenschaftlerin, der Nummer Vier der Organisation. Sie setzte sich neben ihre Freundin und begutachtete ihre versorgte Wunde. "Wie lange war ich weg ? Und wieso riechst du so stark nach Kakao ?"

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   28.07.16 19:53

Es war wirklich schön, vom Raureif des Morgens, der eigentlich schon wieder Abend war, befreit zu sein und noch dazu die angenehme Wärme eines viel zu stark beheizten Zimmers zu verspüren, das sich quasi im Winter-Wonderland befand und Xantja war die Eisfee, die allen die Äpfel klaute.
Ihre Zähne klapperten ein wenig aufeinander, aber das war ihr nur zu recht, wenn sich dafür wieder die Lippen bewegen konnte. Sie lockerte ihren Kiefer und war sehr glücklich, dass dieser so tadellos wieder funktionierte.
"Du warst stundenlang ohne Bewusstsein. Fast über zwölf Stunden oder so und Mutter machte mir in der ganzen Zeit dauernd Kakao und jetzt muss ich ganz dringend.", sagte sie und hatte absichtlich erst dieses Thema aufgegriffen, denn nun, wo die Kinder eigentlich alle im Bett sein sollten, musste dieses vermaledeite Klo ja wohl mal frei sein und da die Stille Heldin diese Qual stillschweigend erduldet hatte, hätte sie wohl jeden an die Luft gesetzt, der sich ihr in den Weg zu stellen wagte. Zum Glück also für alle Beteiligten, war das Bad frei und sie konnte sich einfach treiben lassen und ihrer menschlichen Neigung nachgehen.
Nach einigen Minuten stieß sie dann wieder zu ihrer Kollegin, fröhlich und leichtfüßig.
"Also Xantja, jetzt, wo du von den Toten auferstanden bist, was planst du als nächstes?", sagte Beanixs voller Euphorie und hoffte innerlich, dass Xantja keinen Plan hatte, wobei ihr plötzlich etwas einfiel, dass sie vergessen hatte zu fragen. "Was war das eigentlich mit diesem Zeitsprung, den wir vor einigen Stunden gemacht haben? Kann das nochmal passieren?", fragte sie.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   12.08.16 23:44

Die Schneeprinzessin schob sich vom Tisch und machte ein nachdenkliches "Mmmmmh..." ehe sie sich mit Daumen und Zeigefinger ans Kinn fasste und zu überlegen schien. "Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Offensichtlich haben wir mehr als nur einmal die Vergangenheit verändert und das nicht nur auf Kosten meiner Frisur. Dass du und Ajnat meine Kräfte wiederbelebt habt ist eine Wendung mit der ich nicht gerechnet hatte. Der eigentliche Plan ist somit eigentlich hinfällig." Sie sah BeaniXs an und schüttelte den Kopf. "Aber angenommen deine Theorie ist richtig gewesen. Ich glaube nicht, dass das alles schon einmal passiert sein soll. Zu meiner Zeit als Kind ist Yggdrassil nicht in Rauch aufgegangen. Meine Herzlose scheint also etwas ziemlich durcheinander gebracht zu haben. Wenn ich also...die magische Essenz meines vergangenen ichs nicht raube...ist das eine zusätzliche Belastung für die Zeit. Nunja...aber nur WENN du recht hast." Sie grinste. "Allerdings...hätte es auch Konsequenzen, die zu erforschen es wert wäre. Immerhin beherrschte ich nie etwas mehr als Eis. Wer weiß, was mit meinem Mini-Ich passiert, wenn sie mehr als nur Das beherrscht."
Sie zog ihre Brille aus den zerrissenen Kleidern. Gottseidank war sie noch da und ausser einem kleinen Sprung im Glas, war sie kaum Beschädigt. Sie setzte sie auf und startete sofort mehrere Programme, um die Interferenzen in der Raum/Zeit zu messen. Sie bekam fast einen epileptischen Anfall, als sie all die Warnhinweise und bunten Farben sah, welche Unterschiede anzeigten, doch lies es sich vor BeaniXs nicht anmerken. Sie schaltete das Ding wieder aus und hüstelte Schuldbewusst. "Zu deiner Frage...ich denke schon, dass sowas nochmal passieren könnte. Wir hatten wohl Glück, dass es das eine Mal auf unserer Seite war. Allerdings macht mir Ymir immer noch Kopfzerbrechen. Er scheint gewusst zu haben, dass wir...nunja..." sie schluckte heftig "...das wir in seinem Haus waren." drückte sie sich aus.
"Dem Frettchn darfste uff geen Fall vortraun Gleene. Had zwar äh poar der Kinner anjeschlebbt awwer trauen. Nie im Lehm." Sagte die hühnenhafte Frau, welche mit einem schrägen Lächeln in den Raum kam. Sie lief geradewegs auf die geheilte Frau zu, betastete sie und sah sich die Einstichstelle und den Verband noch einmal an. "Na dir jehds ja widder prächtsch. Da binnich awwer froh. Daine Freundin had de janze Zait off dich jewarded. Da fälld mer doch glei äh Stein vom Herzn." Xantjas Atem stockte. Die Nhe dieser Frau rührte in ihr etwas, was sie nicht gern realisierte. Ihr Herz setzte einen Schlag aus, als sie die Hände der Frau an ihren Schultern spürte und die Augen der Mutter sich in ihre eigenen drängten. Den Blick kannte sie. Sie wurde als Kind immer so angesehen, wenn diese Frau ganz genau wusste, welchen Unfug man angestellt hatte. Ein liebevoller, strenger Blick, der einen dazu zwang alles zu gestehen. Doch die Nummer Vier musste sich auf die Lippe beißen. Ihre Stimme zitterte etwas. "Ja...das...das haben wir festgestellt. Danke, dass sie sich um uns...um mich gekümmert haben. Und verzeihen sie die Umstände." Mutters Blick wich nicht zur Seite, bis Xantja das Duell verlor und ihre Augen zur Seite richtete, um ihn abzuwenden. Sie war sich sicher, dass das Muttertier etwas wusste, etwas, was auch die Niemande betraf. Doch sie konnte und durfte nicht noch mehr verändern. Sollte sie die Niemande Outen wusste sie nicht recht, was passieren würde. Bei der aktuellen destabilisierten zeitebene, könnte sie versehentlich die ganze Welt aus der Historie löschen, sollte noch mehr ans Licht kommen.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   27.08.16 22:49

"Das klingt alles sehr kompliziert, Xantja", gestand Beanixs ein und durchdachte die merkwürdigen Punkte, die ihre Freundin da zur sprache brachte. Gewiss, es war mehr als nur eine Theorie und bestimmt konnte sich so ziemlich alles als wahr entpuppen, wenn man nur die richtigen Fäden zog, aber die Auswirkungen waren weitgreifend und das war der Steinmetzin auch so bewusst, ohne Xantjas Brillen-Bildschirm kennen zu müssen.
"Wir könne weder dir, also dem kleineren Du, aus dem Weg gehen, noch Ymir. Aber solange diese Schwankungen existieren, haben wir doch keine andere Wahl, als uns vom Zeitgefüge treiben zu lassen, bis wir diese beiden Punkte in irgendeiner Form abgehakt oder zumindest passiert haben. ....", meinte sie und ihr kam dann ein noch viel schrecklicher Gedanke. Sie empfand das plötzliche Verlangen, ihrer Freundin warnend an den Oberarm zu greifen, besann sich allerdings eines besseren und hielt die Hand kurz vor der Berühung in der Luft, was zwar an sich weniger dramatisch wirkte, jedoch an dem Beweggrund nicht viel rüttelte.
"Xantja, was ist, wenn diese Verzerrungen nicht nur vorwärts funktionieren? Könnten wir nicht eigentlich auch zurückgeschleudert werden?", fragte sie sie und hatte herbe Befürchtungen, die ihr fast die Spucke nahmen und die sie sich fast schmerzhaft verbeißen musste, als Mutter wiederkam.
"Ich hab da mal 'ne Frage", sagte sie an Elena gerichtez und meldete sich sogar wie eine brave Schülerin in der Geographiestunde, "Wie viele Kinder hat Ymir hier noch mal angeschleppt?"
Mag sein, dass dies schon einmal erwähnt worden war, aber Beanixs hatte dieses merkwürdige Filmriss-Gefühl, dass ihre Erinnerung ein wenig blockierte oder als ob die Synapsen ihres Hirns, die für Erinnerungen zuständig waren, sich irgendwie verhedderten.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   15.09.16 0:12

"Dreie." kam die Antwort schnurstracks aus Elenas Mund und dabei sah sie BeaniXs nicht mal an, sondern fixierte sich stramm auf das Mädel vor ihr. "Danja, Pjodder un Frey. Awwer de Gleene wurde adobdiert. Ich bin ja geen Unmensch, äh baar Ginder gomm ooch zu Familien. Meistns reiche Forscher, wo de Frau geene eichnen jebährn gann. Na dann gommse zu mir un sofern se den Gleen äh ordntliches Heim bietn gönn, derfen se endscheidn obse mid wolln." Xantja weitete die Augen. "Ein drittes Kind ?" Mutter lies die Mundwinkel gesenkt. "Ja äh driddes. Awwer die war nur drei Daache hier. Danach haddse der Dogdor zum Herrn Asgard gebracht. Dem jehörd de Bsichatrie drüm inner Stadt. Is awwer sond äh janz lieber Mänsch. Ich genn den ooch schon seid Jahrn. Awwer m Gind jehds jut, geene Angst." Der Blick ihrer Mtter und ihre Worte wurden der wiederbelebten Schneehexe zu viel. Sie erhob sich, umarmte die robuste Frau, so wie es Brauch war in Jazzphalen und dankte ihr aufrichtig. "Danke, dass sie mir das Leben gerettet haben, das werde ich ihnen niemals vergessen. Sollten sie einmal Hilfe benötigen." die Niemandin wusste, dass diese Worte leer bleiben würden "Lassen sie nach mir rufen." Elena schaute kurz verständnislos, da es die junge Frau plötzlich so eilig hatte. "Mein Name ist." Sie fixierte die ebenso blauen Augen ihrer Mutter mit den ihren. "Skadi. Der Schnee und der Sturm wird ihren Ruf zu mir tragen." Dann machte Mutter etwas, was jeder kannte, der einst eine solche besaß. Sie machte "Mh..." ein kurzes verständnisvolles Geräusch, was in seiner Komplexität schon fast imperativen Ursprung hatte und symbolisierte, dass sie verstanden hatte, aber mehr wusste, als gut für sie war.
Xantja nickte BeaniXs zu und bedankte sich noch einmal. Auf dem Weg zur Tür wurde sie aber wiederholt angehalten und ein neuer Mantel quasi über die Schultern gelegt. "Drausn isses gald un in den zerfetztn Läderlappn lassch dich doch nich naus. Du hasd wo ehn an der Gladsche!?" Sie lächelte breit und drängte die junge Frau regelrecht in den Pelz besetzten Mantel hinein. Pelz wirkte zwar nobel, doch hier zu lande, war er etwas ganz normales. Immerhin verbrauchte man nach der Jagd das ganze Tier und hielt sich nicht auf mit falschen Moralvorstellungen. Und Wölfe, Bären oder Hirsche gab es ohnehin viel zu viele in der Gegend.
Ein Kloß war in Xantja Kehle, der sich erst wieder löste, als die Tür hinter ihnen in die Angel fiel und sie wieder im Schnee standen. Mutter aber, hätte sie am liebsten bei sich behalten. Hätte sie nicht wieder in die Nacht hinaus geschickt. Doch sie sah, dass die Niemande gehen mussten. Sie sah, dass die Augen ihrer Tochter von einer viel zu großen Bürde sprachen. Noch eine weile blickte sie die starke Holztür an. Zauderte mit sich, sie nicht sofort wieder auf zu reißen. Dicke Tränen rannen dann über ein breites, mütterliches Lächeln, als die zwei Frauen weg waren.
Xantja zog die Kapuze tief ins Gesicht und nahm BeaniXs Hand in ihre. "Wir müssen nach Hause. Die Anomalien werden zu schlimm." sagte sie mit etwas gebrochener Stimme.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   25.09.16 21:42

Beanixs war verblüfft, dass es drei Kinder gewesen sein sollten. Ein Mädchen also mehr, wenn Frey wirklich der Name eines Mädchens war, das das Schicksal ihrer geschätzten Kollegin teilte. Was das genau bedeutete oder ob es überhaupt Ausmaße auf die ganze Problematik haben würde, konnte die Steinmetzin nicht einschätzen. Sie fand die ganze Atmosphäre in diesem Land so kalt, dass es ihre Hirnregionen, die für das logische Zusammenfügen von Komponenten verantwortlich waren, nicht richtig arbeiten wollten.So wunderte es sich auch ein wenig, dass Xantja plötzlich aufsprang und sich überschwänglich, für ihre Verhältnisse sogar ein wenig übertrieben bedankte. Sie tat etwas, dessen sie sich normalerweise zu fein war und das ihren Stolz zum Kniefall zwang.
Für Beanixs wurde der drang, schnell von diesem Ort zu verschwinden immer drängender und ehe noch, Elena von Xantja losgelassen wurde, hatte sie sich bereits von ihrem Sitzplatz erhoben und unter deM Vowand, sich noch ein Heißgetränk einzugießen, den Moment abgepasst, bei dem sie einen Abgang machen konnten. Vielleicht war es die Zeit selbst, die ihr sagte, dass sie gehen musste, vielleicht aber auch der Boden, der sich durch ihr Hiersein veränderte. Irgendwas trieb sie jedenfalls, sich davonzumachen, von diesem Ort, aus dieser Zeit zu verschwinden. Es war kein Platz hier für sie beide, für Xantja an sich mehr als für Beanixs.
Marionettiös verbeugte sie sich dankeshalber, dankte für das Obdach, die Gastfreundschaft, die Hilfe und wandte sich schließlich mit Xantja dem Gehen zu.
"Ich  wette, wir sind dennoch nicht zum letzten Mal hier gewesen.", sagte sie zu Xantja und wusste um den unheilschwangeren Unterton, den sie dabei erzeugte, ehe sie verschwanden.


[beide -> Xantjas Loft]

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Das Dorf Fen-Ri:r
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