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 Das Dorf Fen-Ri:r

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Xantja
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BeitragThema: Das Dorf Fen-Ri:r   03.11.12 14:37

Ein altes, längst in Ruinen gehülltes Dorf, eher eine kleine Stadt. Es gab hier einst Arztpraxen, Bäcker, Schmiede und den ganz normalen Pöbel. Sogar eine berühmte Medizinische Fakultät und ein Tollhaus fanden hier ihr Zuhause.
Noch immer konnte man den Aschegeruch wahrnehmen welcher von vielen der abgebrannten Häuser kam. Alles war in Schnee getaucht und eine unheimliche Stille lag in der Luft.
Für diese Zerbrochene Welt lag hier offenbar irgendwo der Ausgang.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   05.11.12 21:04

Das Dorf wirkte für BeaniXs wie das Winter Wonderland der Hölle. Der beißende Geruch von verbranntem Holz war deutlich wahrzunehmen und auch ein gewisser Odem von Apothekenwaren, Chemikalien, Schießpulver, Schwefel - davon jede Menge -, die Gerüche einer Stadt eben, un doch eingefroren und tot, jedoch zu konserviert, um zu vergehen. Man wollte alles am liebsten mit einem Schlauch abspülen und vom Erdboden fegen, gleichzeitig befand man es gedanklich als zu nichtig, um sich überaupt damit zu befassen. Beanixs ließ Sylpim verschwinden, welche sie geschultert bis hierer getragen hatte. Der prüfende Blick der Steinmetzin glitt über die Ruinen. Ein Geschmack von Ekel bildete sich auf ihrer Zunge.
"Dieses Dorf - irgendwie seltsam ...", meinte sie, ohne es an jemanden genau zu richten. Sie sah nicht einmal Xantja an.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   07.11.12 16:38

Das Dorf war anders als der kalte Glanz es verlassen hatte, es wirkte noch unlebendiger und ruinierter als vorher. Vielleicht kam es der Wissenschaftlerin aber auch nur so vor. Man konnte schliesslich nicht gerade behaupten das sie jemals über Heimweh klagte. Ein kalter wind trug die gerüche hin und her doch konnte allein den frei schwebenden schnee nicht bewegen. Es schien als seien beides unterschiedliche Naturkomponenten ohne den mindesten Zusammenhang. Zudem waren einige Gebäude jetzt von einer dickeren Eisschicht überzogen was dieses Wunderland an Eis zu einem kleinen Kunstwerk machte. Das Dorf glänzte und glitzerte. Unter normalen umständen hätte man es sogar als hübsch bezeichnen können. Weisser Stein unter blauem Glas. Doch Xantja machte es krank.
"Es wirkt immer noch unreal..." sagte sie mit finsterem blick und händen in den taschen. Es musste hier Einfluss von Aussen geben. anders hätte diese Welt sich nicht so verändert. Die Forscherin bezweifelte nämlich stark das diese Änderung allein die Herzlosen zur Ursache hatte. Und kaum dachte man an sie tauchten auch erneut einige Kristallserenaden auf.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   07.11.12 21:22

Xantja verhielt sich für ihre Begriffe nun wirklich eigenartig und da konnte man ihr von ihrem Gesiteszustand vorbeten, was man wollte. Irgendwie ging es hier wohl um mehr als nur Schnee und Eis.
"Xantja, was ist mit dir nur los? So phlegmathisch bist du sonst nur bei Temperaturen über dreißig grad!", schimpfte Bea, ließ Sylphim wieder in ihrer Hand erscheinen und war an sich schon jetzt ziemlich pisst von diesen elenden Herzlosen, die immer dann auftauchten, wenn man allen Kram schon weggeräumt hatte. Es war wirklich zum Verrücktwerden, Wie mit der Post, die immer nur dann auftauchte, wenn man gar nicht mehr mit ihr rechnete. BeaniXs stürzte sich mit dem Karacho einer sehr genervten Person auf die Serenaden, die keine Limonaden waren. Die Herzlosen konnten leider nicht widerstehen und konnten der Attacke nicht einmal bis zum zweiten Hieb standhalten - wirklich enttäuschend! Sie zerfielen wie die Vase von letzte Woche.
"So ein paar Luschen!", rief Bea, als sie fertig war.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   09.11.12 16:46

"Vielleicht gefällt dir ein starker Gegner besser meine kleine naive Freundin." Hinter Beanixs stand auf einmal ein Fremder Junger Mann mit ebenso grünlichem Haar wie die Nummer Vier der Organisation. Er tauchte einfach auf, als hätte er sich nicht mal durch den Schnee kämpfen müssen um hier zu landen, geräuschlos wie ein weißer Puma. Seine Augen waren golden und sein grinsen war das eines diabolischen Wichtigtuers der garantiert einen höheren Plan verfolgt. Seine Kleidung war weiß, ziemlich leicht und bedeckte nur annähernd seinen Körper. Ein weißer Stoffmantel und eine Hose die gerade mal bis über seine Knie gingen. Barfuß und mit Blick auf seinen Bauchnabel machte er sich sichtbar. Von ihm ging eine unmenschliche Hitze aus, sodass die Schneeflocken um ihn herum, schmelzten sie nicht, wegflohen. In seiner Hand hielt er ein ebenso schneeweißes Schwert von dem hauchdünn rote Schwaden ausgingen die sich je näher sie dem Träger kamen verdichteten als wären sie Blut. Diese Klinge sollte den beiden Niemanden vertraut sein, da ihr Meister ein ebenso mächtiges Artefakt beherrschte. Es war zweifellos einer der Schlüssel.
Xantja riss die Augen auf und wirkte wie gelähmt, ihre Lippen begannen zu zittern und sie machte ein, nein zwei Schritte zurück. Dies war das erste Mal das man eine Schweißperle auf dem Gesicht der jungen Forscherin sah. Viele, tausende Fragen und Kausalitäten steuerten auf Xantjas Mund zu. Milliarden von Reaktionsmöglichkeiten befahl ihr Gehirn, doch das Einzige was sie im Stande war zu sagen war: "...wa...warum ?"




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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   09.11.12 18:25

Beanixs hielt einer Wache gleich, wie ihr Vorgänger es seinerzeit als Jemad gewesen war, ihre Schwertaxt vor sich, bereit, jemanden den Kopf abzuschlagen, ob es allerdings der Fremde oder Xantja war, war in dem Fall noch vage festzustellen.
"Wer zum Teufel bist du? Und mach keine Faxen, sonst schmeckst du Stahl!", drohte Beanixs und grinste kurz für sich, weil sie sich ganz besonders cool und polizeihaftig vorkam, wie in einem total aufregenden Polizeifilm, Police Academy oder Ghost Busters. Trotz allem kam ihr der Typ sehr suspekt und böse vor, so ähnlich wie Xantaj also und es kgab an sich keinen genauen Anhaltspunkt, was er denn vorhatte. Beanixs war auf der Hut und wollte, sobald der Kerl auch nur eine falsche Bewegung machte, gleich angreifen. Es lag ja auf der Hand, dass dieser Typ mehr drauf haben würde, als die Serenaden, immerhin konnte er sprechen; alle sprechenden Feinde hatten was drauf, das war Erfahrungssache.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   09.11.12 20:00

Xantjas innerstes schrie auf, ihre Augen schon fast den Tränen nah und ihre Schritte zitterten immer mehr. BeaniXs wurde aus ihrem Sichtfeld quasi verdrängt und dieses verschmitzte Grinsen holte sie ein. Die Saphire zuckten hin und her und registrierten das Keyblade in der Hand des jungen Mannes, alles in ihr schrie das sie verdammt nochmal weg rennen sollte. Die Asche ihrer Vergangenheit hinter sich lassend und aus dieser vermaledeiten Welt entfliehen solle. Aber wie immer in Krisensituation waren sich Körper, Geist und Verstand uneins und sie musste sich stoppen um nicht hals über Kopf nach hinten weg zu stolpern und einfach nur noch ziellos in den Wald zu rennen. Das erste mal nach Jahren das sie in ihrer Brust einen kleinen Impuls fühlte, einen kleinen Schub. Das Gefühl welches einen schleichend ereilte wenn man erschrak oder Angst bekam, das sich gurgelnd nach Oben trieb und die Kehle zu schnürte.
Sie musste schmerzend nach Luft greifen, feuchte Luft um ihre Kehle zu beruhigen und ihrem Verstand zu sagen: Das ist real, beruhige dich, du überstehst das. Sie fasste sich und stemmte sich gegen all ihre Gedanken gerade hin. setzte ihr bestes Pokerface auf und kicherte verzweifelt. "Du lebst also noch...Pjotr..."
Das Grinsen des Jungen zeigte nun füchsisch Zähne und seine goldbraunen Augen, Augen aus denen die Glut sprach wichen von BeaniXs auf die Forscherin. Die roten Energien waberten auf und zu den zeitlos schwebenden Schneeflocken gesellten sich kleine Funken, als er einen Schritt in Xantjas Richtung machte. "Schwesterherz...selbstverständlich lebe ich noch. Es war wirklich sehr unhöflich ohne mich zu gehen. Dieser Mann mit dem schneeenen Haar muss dir ja sehr den Kopf verdreht haben." Er lachte. Aber dieses lachen glich in den Ohren der kalten Prinzessin einem Donnern tausender von Wolken, als würde sie gleich der Blitz treffen und all ihre Haut, Muskeln und Knochen zu Asche werden lassen. Sie schluckte und schreckte ein wenig zurück.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   09.11.12 20:05

"Keinen Schritt weiter!"; drohte Beanixs und drehte Sylphim in der Hand. Der Typ war gfährlich und selbst Xantja wirkte weniger taff als sonst und da musste wirklich was im Busch sein. Und dann stellten sich ihr Fragn in den Kopf. Xantja hatte einen Bruder? Das hätte sie nie gedacht. Okay, der Typ hatte eine leichte Ähnlichkeit mit ihr, aber nicht allzu viel, dass man von einer Familie mochte sprechen wollen.
"Erklärung bitte, Xantja! Oder willst du mich nicht bekannt machen?", fragt Bea pfichsig wie ein Soldat.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   09.11.12 20:25

"Immernoch unsozial wie eh und je was ? Nicht mal deinen Kollegen von dieser Organisation hast du von mir erzählt ? Awww ich beneide deine Fähigkeit die Vergangenheit, komplett zu ignorieren. Aber ich erkläre es deiner Leibgarde gerne." Nun legte sich ein weiterer Schalter in Xantjas hübschen Köpfchen um und der festigte ihren Stand im Schnee. Sie senkte den Kopf und ballte die Fäuste. "Haha...wir sind Geschwister, zumindest Blutsgeschwister, nicht wahr ? Oh wie armselig wir doch waren als Waisen in den kalten Straßen dieser kleinen bemitleidenswerten Welt." "...nnnAAAAAAAAAAAAHHH !!!!" Xantjas Hand stürzte nach vorn und mit ihr der ganze Körper der Winterschmiedin. Sie presste sich an den schmalen Hals des Jungen und die Schneeflocken neben und über ihm verwandelten sich in gefährliche rasiermesserschafe Klingen deren Form Skalpellen glich die das Wort, "Tod" ja schon fast auf der Klinge eingraviert hatten. "Nenn mir einen guten Grund dich nicht sofort in Geschnetzeltes zu verwandeln !" Ihre Augen waren fixiert und trafen den immer noch grinsenden Blick des Jungen kalt, kämpferisch und hasserfüllt.
Doch da setzte sich schon das Schwert des Jungen an ihren Bauch und grummelte gefahrvoll auf. Xantja wusste um die Gefahr eines solchen, gar grausigem Werkzeug, doch ihr Abneigung gegen diesen Mistkerl war scheinbar tiefer in ihr verankert als sie zugeben wollte. Als sich die Hand der kalten Maid enger um die Kehle Pjotrs schloss verging das grinsen und die roten Schwaden explodierten förmlich, schmolzen erst die Skalpelle und schleuderten dann die Nummer vier, mit einem gezielten flammenden Hieb, wieder nach hinten. Sie ging in die Knie, er schulterte sein Schwert, ihr Blick ein Ausdruck erbarmungsloser Verachtung. "Soll das etwa deine Begrüßung sein ? Wenn du nicht anständig Hallo sagen kannst dann tust du gut daran dich vor mir zu verbeugen, Tanja..."

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   09.11.12 20:35

"Tanja?", nun war Bea verwirrt, aber nicht allzu sehr. In ihrem Kopf musste sich zunächst das X aus Xantja isolieren und dann nur noch den Rest in eine vernünftige Reihenfolge bringen. Das wra leichter gesagt als getan, denn Anagramme waren nicht gerade Beas Stärke. Man sah es ihr am Gesicht an, dass sich schwer nachdenken musste und das ein oder andere Problem mit den Buchstaben hatte. Aber nach einiger Zeit hatte sie es dann doch raus.
"Blutsgeschwister - Xantja, was will er damit sagen?", fragte sie ihre Kollegin und ging zu ihr hinüber und tippte sie vorsichtig an der eisigen Schulter an, "Los, Xantja, antworte!"
Beanixs versuchte es einzurichten, dass sei Pjotr oder wie der Typ hieß, bei keiner Handlung aus den Augen zu lassen. Aber schon angreifen lag ihr fern, hätte ja auch sein können, dass er Xantjas letzter lebender Anverwandter war und sie ihn noch brauchte. Erst war die Lage zu peilen, bis es eindeutig war, das war das wichtigste, besonders in fremden Welten. Man konnte leicht Fehler begehen, die schlimme Auswirkungen nach sich zogen, deswegen wollte sie kein Risiko eingehen.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   12.11.12 19:03

"Ja Tanja, erzähl ihr doch was passiert ist, wie du diese Welt quasi vernichtet hast. Ohhh arme Tanja, immer noch traust du keinem über den Weg, nicht einmal deiner naiven Freundin dort. Wenn du willst kann auch ich..."" "...Und immer noch redest du ununterbrochen ohne Luft zu holen. Wie habe ich das vermisst." Xantjas letzter Satz strotzte regelrecht vor Ironie, hätte jemand einen Ironiemesser erfunden und dabei gehabt dann wäre der sicherlich gerade explodiert. Sie stand auf und sah BeaniXs nervös an, dann wieder zu ihrem Bruder. "Wir waren Waisenkinder und haben uns zusammengetan. Das er mir ähnlich sieht ist vermutlich reiner Zufall." Die eisige Gelehrte glaubte nicht an den Zufall und dennoch benutzte sie dieses Wort regelrecht leichtzüngig, es war ein kleiner Hoffnungsschimmer das es bloß Zufall war. Doch nachdem was ihr alles passiert ist hatte sie ihm die Schuld gegeben, ihm und allen Anderen.
"Was für eine Verschwendung. Vielleicht sollten wir es uns einfach ansehen. Ich kann eine Reise in die Vergangenheit schnell einleiten wenn ihr das wollt." Sein grinsen zog sich über beide Wangen und die schneeweißen Zähne wirkten wie die eines Löwen der sich das Maul nach seiner Beute bleckte. Die Forscherin stellte sich zwischen BeaniXs und ihrem Bruder der das Schwert schon freudig hinauf hielt. Dann starrte sie ihn an. Ihre eisigen Augen brannten sich förmlich in die ihres Gegenübers. "Das halte ich für eine sehr schlechte Idee." Die nächste Szene spielte sich schneller ab als man sie hätte mitbekommen können. Mitten aus der Luft erschien vor Xantjas Gesicht in Lichtgeschwindigkeit ihr Schild. Pjotr, der gerade noch Xantja anstarrte wollte gerade noch etwas sagen da war er such schon verschwunden. Wieder auf der Lichtung an der Bea und sie selbst angekommen waren. Zugegeben es war kein großer Vorsprung aber er sollte erst mal reichen. Der Schild zersplitterte wieder und Xantja ging etwas erschöpft in die Knie. So schnell musste sie noch nie ihre Waffe zücken. Es glich ja schon fast einem Blankziehen im Schwertkampf. Sie hoffte das sie diese Geschichte vergessen konnte, aber dieser Mistkerl holte sie dennoch ein. "Das er einer der Schlüsselschwertträger ist...äußerst beunruhigend..."

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   13.11.12 22:22

"Oh! Warum hast du das jetzt erst gemacht, du kalte Nuss? Da hätte ich mir Sylphim ja sparen können. Menno! Wenn du im Straßenverkehr dieselbe Reaktionsgabe hast, wäre wir längst tot oder überfahren!", beschwerte sich BeaniXs und war immernoch etwas beleidigt, dass Xantja sich so verschwiegen tat. Sonst war sie doch auch nicht so. Zumindest in BeaniXsens Vorstellung waren sie und Xantja die besten Freundinnen und sagten sich ALLES, auch die schmierigen Bettdetails mkit AhcXsas, die sie teilten und bei denen sie zu jeder Sauerei imstande waren, mit Schokolade, mit Gummibärchen, mit Whisky, mit Rum, mit Seide und mit Unmengen von Kissen! Aber jetzt benahm sich Xantja so, als sei diese naive Phanatasie nicht real gewesen; kalt wie ein Brocken Eis war sie und so verschwiegen wie das sibirische Trockenland im Spätmai. Junge, Junge, das konnte wirklich selbst ein solch ruhiges und ausgewogenes, vor allem jedoch bescheidenes Gemüt wie das der stillen Heldin etwas aufwühlen.
Sie ließ die Schwertaxt schon wieder verschwinden und stemmte die Hände in die Seite, wobei sie ein Gesicht zog wie Bundesprinzessin Anjéla Merkosovsky.
"Woher hat er das Schlüsselschwert und wie können wir dem Typen entkommen, OHNE eine Schramme dabei zu bekommen?", wollte sie wissen. Und wenn Beanixs von Schrammen sprach, bezeichnete es nicht unbedingt Kratzer im üblichen Sinne, sondern eher offene Brüche, bei denen das Blut, der Eiter und die Maden nur so hervorquillen und sich ein unglaublicher Leichengeruch breitmachte und einen fast in den Wahnsinn trieb vor Ekel.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   19.11.12 18:32

"Wir werden nicht viel Zeit haben, wenn er ein Träger des Schlüsselschwertes ist und weiß was man damit alles machen kann haben wir nicht mal ein paar Minuten. Der Ausgang ist in der Psychiatrie." Sie stand auf und hielt sich den Arm, ein melancholisch kalter Blick starrte ins Leere. Der Ausbruch vorhin hätte nicht sein dürfen. Was war nur in sie gefahren ? Ein Niemand hatte keine Gefühle, allen voran hatte sie selbst diesen Irrglauben abgelegt an ein neues Herz zu glauben. Doch vielleicht war die Theorie ihres Kollegen ja doch richtig. Ein Herz... Niemande konnten so etwas wie ein Herz entwickeln ? Lächerlich. Sie durfte nicht daran glauben. Wenn es so wäre dann hätte sie alles umsonst vergessen. Vergessen ? Nein, im Grunde hat Xantja ihre Vergangenheit nicht vergessen, es war viel mehr so das sie sie ignorieren wollte. Erinnerungen bereiteten ihr nur Kummer, aber...war Kummer denn überhaupt as richtige Wort, wenn sie denn keine Emotionen besaß ?
Langsam setzte sie einen Fuß vor den anderen, sie konnte diese ganzen Gedanken nicht länger abschütteln, nicht mit ihm im Nacken. Er war wie ein Geist der sie verfolgte. Sie wollte hier nicht sein. Sie musste weg. Weg aus dieser Welt, von diesem Schnee, diesen Gebäuden, diesen Leuten. Und da riss sie die Augen weit auf. Vor ihr stand der Herzlose welcher sie imitierte. Ein kleines Mädchen mit grünblauen Haaren, gekleidet in einen Lumpen. Der Herzlose grinste bis über beide Wangen und kicherte mit einer Lieblichkeit die nur ein wirklich durchgedrehtes kleines Balg hätte drauf haben können. "Das kann nicht sein..." Woher kannte es Xantjas Jemand ? Woher kannte dieses dreckige Mistvieh wie die Schneekönigin in ihrer schwächsten zeit aussah ? Die Hände der Nummer vier glitten nach vorn und umgriffen ruckartig den Hals des kleinen Mädchens, sie drückten zu, ein Ausdruck von Verzweiflung in dem sonst so blassen und arrogantem Gesicht. Die kleine würgte ein wenig, verlor das Lächeln aber nicht, und noch weniger den Schuld zuwerfenden Blick.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   19.11.12 20:35

"Nun erzähl mir nicht, dass du in einem Nervenheilsanatorium gewesen bist, Fräulein! Das ist ja die Höhe!", sagte Beanixs schockiert. Man hatte ja schon einiges von Xantja gehört, das meiste von ihr selbst, aber solch eine Mutmaßung hatte man sonst immer nur im Scherz von von gegeben und man hatte sich im tiefen Innern gewünscht, unrecht zu haben.
Bei dem weiteren Weg kam ihr Xantja noch in sich gekehrter vor. Dieses sonst so angeberische Geschöpf war diesmal nicht so drangsalisch drauf wie sonst. Sie war unheimlich ruhig, dass es Beanixs wohl kalte Schauer über den Rücken gejagt hätte, wenn sie nicht ohnehin schon wie sonstwas gefroren hätte. Und das Schweigen war sogar so schlimm, dass es sie selbst verstummen ließ. Ein wirklich beklemmendes Schweigen, bei dem sie sich darum sorgte, dass der Typ wieder auftauchte, was keine Kunst war, da sie sich nicht besonders schnell durch den Schnee kamen. Es war wie ein feuchtkalter Schlamm.
Shlagartig stoppte Beanixs, als die Göre plötzlich vor ihnen stand und ein Grinsen auf den Lippen trug, in das man am liebsten reinschlagen wollte. Aber dass Xantja ihr gleich an die Kehle ging, war selbst für Beanixs eine Überraschung. Für zwei Minuten hatte sie keine Ahnung, was sie machen sollte. Sie war hin- und hergerissen, zwischen Xantjas Arme ergreifen oder die Eisfee selbst zu würgen.
"XANTJA! Hör auf damit!", rief sie aus und schlug mit der Handkante für ihre Verhältnisse leicht auf Xantjas Handgelenke.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   24.11.12 15:11

Xantjas Hände glitten mit dem Stoß zu Boden, doch der erzürnte Blick erstach das Mädchen vor ihr schon fast, dies war einer dieser Du-bist-für-mich-gestorben-Blicke, und in Xantjas Fall war dieser Blick derart schrecklich das man sich vor kam als wäre man mit hundert Skalpell aufgeschlitzt, ein Kilo Salzsäure übergossen worden und hätte in jedes Fingerglied Nägel geschlagen bekommen. Schaurig schön.
Das Mädchen aber schwankte nach hinten und kicherte, sie machte ein Rad durch den Schnee und verwandelte sich zurück in ihr Herzlosen Selbst. Er machte Bewegungen als würde er die beiden verspotten und auslachen. Die Schneeprinzessin ballte die Fäuste und knirschte mit den Zähnen. "...Du mieses undankbares..." "Ohoho und sowas aus deinem Mund ?" Und schon war der junge Mann wieder da, saß auf einem der ruinierten Häuser und gab den beiden einen belustigten Ausdruck zum Besten. Das Schlüsselschwert glühte weiß, die Bänder brannten Rot und tauchten alles in ein unheimliches Licht.
Xantja erhob sich wieder, mittlerweile befanden sie sich tief in der Stadt, das hatte die Nummer vier gar nicht mitbekommen, sie musste wirklich ziemlich abwesend gewesen sein auf dem Weg hierher. Langsam aber sicher reichte es der exzentrischen Wissenschaftlerin. If you want peace prepare for war Dieser Slogan war ihr zwar fremd, aber die Band die das gesungen hatte schien recht behalten zu haben. Sie verschränkte die Arme und wischte sich den untypischen Gesichtsausdruck vom Gesicht, legte ihren alten arroganten auf seufzte. "Ganz prophylaktisch gesagt; Pjotr was willst du eigentlich ?" Der Junge grinste und zuckte mit den Schultern. "Das solltest du doch am besten wissen Skadi. Diese Welt ist, sagen wir, kaputt. Und ich will sie retten. Ist das denn so verwerflich ? Immerhin sagt dieses Schwertchen hier das ich einer der Guten bin, oder willst du das bestreiten ?" Xantja musste ruhig bleiben. Was erwähnte er da ? Skadi ? So hatten sie die Göttin genannt, über die sie und er als Kinder gesprochen hatten. Aber was hatte das zu bedeuten ?

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   24.11.12 16:18

Beanixs konnte sich nicht gerade beglückwünschen, dass sie Xantja davo abgehalten hatte, einen Herzlosen zu erwürgen, den man hätte mit einer Stecknadel ausschalten können. Aber schlimmer noch als das, war wohl das Auftauchen von diesem Pjotr - ein wirklich zu vokalsparsamer Name, wie BeaniXs fand, aber darüber brauchte man ja jetzt nun wirklich nicht zu diskutieren. Der Typ er ihr ohnehin seltsam. So weiß und xantjaartig und doch irgendwie arrogant-anrüchig, als wäre er der Messias persönlich oder AhcXsas.
"Du gehörst zu den Guten? Warum iwrkst du dann uns gegenüber so kampffreudig? Immerhin machen wir doch nichts Schlimmes oder wie oder was, nicht wahr Xantja?", meinte Beanixs in ihrer leicht wirren Art. Zugegeben hatte sie recht. Denn immerhin hatten sie bisher noch nichts Schlimmes angestellt und auch keinen Grund etwas zu verbrechen, sie wollten schließlich nur hier raus und alles andere konnte ihnen da egal sein.
Sie wollte sich lieber keine Gedanken über den eigentümlichen Spitznamen machen, den der Kerl Xantja an den Kopf warf. Vielleicht war eine beleidigung auf Jazzphälisch oder eine niedliche Abkürzung von Xantjas Namen, aber das konnte man nur schwerlich beweisen.
Mit aller Anstrengung versuchte die Steinmetzin ihr skeptisches Gesicht aufzubehalten und merkte nebenbei, wie ihr Fuß ein wenig im Schnee einsackte, wie in einer ordinären Schlammpfützte. Dies machte ihre ganze Gestalt ein wenig schief, aber es wäre freilich ein wenig zu peinlich, sich aus dem weißen Zeug selbstständig zu befreien; die Gefahr bestand immerhin, noch tiefer einzusinken und wenn man dann noch ausglitt, war die Komödie perfekt und das gönnte sie diesem Kerl nicht, der so aussah wie hiesiger Ninja - oh ja, Bea hatte es vollkommen gecheckt!

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   04.12.12 3:03

"Ganz recht so nannten wir die angebliche Göttin, Skadi." Xantja riss die Augen auf als er das erwähnte was sie dachte. War das nur Zufall oder die Fähigkeit dieses vermaledeiten Schlüssels ? AhcXsas Keyblade konnte auch derart fragwürdige Dinge und bisher konnte sie diese Kraft auch noch nicht weiter erforschen. Pjotr grinste falsch und schulterte das Schwert. Er sprang von dem Absatz herab und landete neben dem kleinen Verwandlungskünstler. Tätschelte dessen Kopf und lächelte als hätte er gerade eine kleine Katze aus dem Regen gerettet. "Das erinnert mich an früher. Wollen wir's uns vielleicht ansehen ?" Das schwert glühte und funkelte dezent in die Richtung des türkis-haarigen Weibs. "Vielleicht verstehst du dann auch warum du diese Welt zerbrochen hast, Tanja." BeaniXens Fragen widmete sich der Junge erst gar nicht. Wahrscheinlich schätzte er sie nicht als Bedrohug ein oder ignorierte gerne Dinge die nichts mit seinem Ziel zu tun hatten. "Vergiss es. Ich weiß zu was ein solches Ding im Stande ist. Vielleicht solltest du lieber mit meinem Anwalt reden. Und wenn du mir nichts weiter zu sagen hast, schlage ich vor das wir jetzt einfach gehen und du dich auch wieder zu deinem kleinen Spastenverein verkriechst." Sie wurde das was immer passierte wenn sie keinen anderen Ausweg mehr wusste, oder mit der Gesamtsituation, beziehungsweise der Gesellschaft, unzufrieden war, sie wurde Taktlos. Doch der junge Mann lies sich dadurch nicht beirren. Er richtete das Schwert gegen die Eisprinzessin und wechselte den Blick. Dieses mal schaute er ernst und gefährlich drein. Er stümte nach vorn doch das Schwert prallte gegen eine Eiswand die die Nummer Vier hat präzise erschaffen können, hakte sich in das kalte Gebilde und ward dort verankert. Pjotters Kopf neben dem von Xantja. "Ich sage das nur ungern, aber vielleicht solltest du meiner kleinen naiven Freundin lieber Beachtung schenken. Sie mag es gar nicht wenn man sie ignoriert." Gab die eisige Lady von sich, ohne den jungen, dessen Blick nun von Verdutztheit gesegnet war, zu beachten. BeaniXs und sie schienen zwar verfeindet zu sein, doch beide kannten die Eigenarten des anderen. Und jetzt da dieser Depp mit dem Schwert im Eis steckte sollte Bea ihm Zeigen wie auch Menschen des Fliegens fähig sind. Klar hatte man seine Differenzen, aber Frauen hielten zusammen. Ganz besonders wenn sie genervt waren oder zeitgleich ihre DÜÜÜÜÜT hatten.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   05.12.12 23:57

Bei so viel Unfreundlichkeit konnte sich das Früchtchen glücklich schätzen, wenn das Fräulein BeaniXs ihm noch einen Knochen heil ließ. Aber aus der Vergangenheit wusste Bea nun wieder zu genau, dass manchmal schon ein gebrochenes Glied genügte, um die Redseligkeit einer Person massiv zu beeinträchtigen. Und das wäre nun wieder recht negativ, da sie nur zu gern wissen wollte, was der Typ zu sagen hatte. Zwar interessierte sie Xantjas Vergangenheit mehr als wenig, aber wissen wollte sie es trotzdem rein aus Prinzip.
Wie auf Stichwort ließ beanixs ihre Fingerknöchel knacken und ging beherzt mit den Schritten eines sehr wütenden Holzfällers um die Eiswand herum und ballte die Faust so fest, dass die Knöchel weiß hervortraten.
"Weißt du, du bist mir echt zu unhöflich.", meinte sie mit einem Tonfall, der fast schon niedlich schmollend erklang, aber das durfte nicht täuschen, denn Beanixs holte im selben Moment aus, "Und Tschüß!", rief sie und hiebte dem bösen Xantja-Bubi fest in die Magengrube, aufdass sich seine Wirbelsäule bog und er, durch die Wucht des Schlags, der überraschender Weise wie ein leichter Knuff aussah, in hohem Bogen weggeschleudert wurde, mitten in den furchtbaren, furchtbaren Himmel flog. Beanixs hoffte, dass er sehr unschön aufkommen würde. Aber zuvor, blickte sie ihm hinterher wie ein Golfer dem Ball und als das Pünktchen ihren Augen entschwunden war, klatschte sie sich Beifall und hüpfte auf der Stelle.
"Super ich!", freute sie sich.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   11.12.12 17:47

Das Schlüsselschwert das im Eis stecken blieb erhaschte Xantjas Aufmerksamkeit und in den kurzen Sekunden als es noch darin steckte, ehe es verschwand, musterte sie es eingehend. Runen. Darauf waren Runen gezeichnet die die Okkultisten und Druiden benutzten die wie Einsiedler in den Wälder Nordhains lebten. Die Ärzte behaupteten zwar das diese Menschen untherapierbar waren und in ihrer eigenen Welt lebten, interessierten sich aber dennoch für deren Riten, sodass es einige Berichte über sie im Stadtarchiv gab. So hörte sie zumindest. Blassweiß verschwand es dann in einem Licht welches aussah wie frisch gefallener Schnee, der verweht.
Der Herzlose versteckte sich vorerst hinter einigen Trümmern, war aber nicht schwer aus zu machen aufgrund seiner schwarzen Farben. Xantjas Wand aus Eis verschwand als sie Pjotr davon fliegen sah. Sie seufzte erleichtert. "Seine Reflexe sind trotzdem nicht besser geworden..." gab sie schmunzelnd von sich, steckte die Hände in den Mantel und setzte ihren Weg fort, sicher das ihre Freundin ihr folgen würde. Ihr Blick glitt ab und zu zu der Pinkhaarigen und irgendwas in Xantja schien sich ein wenig verdreht zu haben. So große Differenzen die beiden hatten, so oft sie sich auch beleidigten und sich gegenseitig Schwierigkeiten bereiteten. Irgendwie fand sie es wesentlich besser mit Bea hier eingesperrt zu sein als ohne. "Wie war es eigentlich deine Vergangenheit zu ergründen ?" rutschte Xantja heraus, was sie erst nach der Frage bemerkte und kurzerhand nach einer Ausrede fischte. "Ich meine...Ich habe die Berichte gelesen und AhcXsas hat mit mir gesprochen...nnnh...du weißt schon. Ich befürchte das ich mich meiner diesmal auch stellen muss." Sie grinste verzerrt und bemühte sich in BeaniXs langsamen Tempo durch den Schnee zu waten. Sie selbst hätte schneller laufen können, schließlich war sie dieses Wetter gewohnt.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   14.12.12 20:35

Beanixs war zufrieden mit sich. Gab es denn je einen schöneren Moment im Leben als den, wo der Gegner in hohem Bogen durch die Luft flog und wohl irgendwo in weiter Ferne unsanft auftraf? Doch wohl nur, wenn man das letzte Stück vom köstlichsten Kuchen der Welt sein eigen nennen durfte. Deswegen machte es ihr nichts aus, sich erneut schwerfällig durch den Schnee zu schleppen, denn von Gehen konnte kaum die Rede sein, da es nun wirklich mehr als anstrengend war, sich durch kniehohen Schnee, in welchen man nur stellenweise einsackte.
Aber mit dem Aufkommen von Xantjas Frage, was nun wirklich mehr als sonderbar war, ließ sie ihre Gedanken mal von dem mistigen Schnee abgleiten und schaute verwirrt die Eisheilige an.
"Lass mich dir ganz offen antworten", begann BeaniXs, "Es ist mitunter das Schlimmste, was einem passieren kann. Jeglicher körperlicher Schmerz ist zwar immer noch schlimmer, aber trotzdem beutelt es einen so doll, dass man lieber sterben würde. Da verbringst du solange damit, alles zu verdrängen und dann kommt es wieder und man denkt sich nur, FUCK! Also wirklich, du stellst vielleicht blöde Fragen bei deinem IQ."
Wenngleich Beanixs sich nicht rühmen konnte, vorwurfsfrei zu sein, so achtete sie doch zumindest darauf, nicht schön zu reden, wobei sie allerdings vollkommen außer Acht ließ, dass Xantja wohl mächtig die Muffe ging, beim Entdecken der Vergangenheit.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   04.01.13 16:34

Xantja stemmte die Hände in die Hüften und seufzte genervt. Dann setzte sie sich in Bewegung und schlich an dem Herzlosen vorbei. Sie waren nicht mehr weit von diesem Haus entfernt das sei damals gefangen hielt und so beschloss sie, sei es aus trotz gegenüber BeaniXs oder Pjotr, wenigstens einem von ihrer Vergangenheit zu berichten.
Als sie an dem abgebranntem Waisenhaus vorbei kamen blieb sie stehen und sah ihre Gefährtin eingehend an. "Na schön. Du wurdest damals von AhcXsas Keyblade deiner Erinnerung entlockt oder ? Ich schätze ich sollte mich nicht so bescheuert anstellen es auf sowas ankommen zu lassen." Sie sah auf die eingefrorenen Stellen des Platzes, der Schornstein den sie mit Feuersteinen oft zum Rauchen bringen musste. Sogar die kaputte Schaufel, mit der ihre Waisenhausmutter den Schnee von den Türen fern hielt, ließen die Erinnerungen hoch kommen. "Hör besser aufmerksam zu, denn ich wiederhole mich sehr ungern wie du weißt." Sie zog mit dem Finger über ihre Stirn und presste ihn dann auf den Boden, wo eine sanfte Eisschicht entstand und flackernd Bilder einer Jüngeren Xantja zeigte. Wie sie diese Rückblende nun wieder hinbekommen hatte, würde wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Das kleine Mädchen begann zu sprechen, nachdem Xantja einen gestressten Gesichtsausdruck aufgelegt hatte.
"Schnee auf der Haut war schon immer ein merkwürdiges Gefühl für mich, doch sobald sich die Temperatur, die Beschaffenheit von Tränen und dem Wasser welches aus den weißen Flocken schmolz, gleich anfühlte, so denkt man das das eigene selbst auch gleichgültig wird. Gefühle, Emotion und Reaktion, allesamt verschmolzen für mich in dieser Zeit des Wahnsinns.
Ich war noch ein Kind. Und wie viele Kinder unschuldig und neugierig, doch schon immer etwas anders als der Rest der grauen, farblosen Masse. Ich und mein Bruder lernten uns in einem Waisenhaus kennen. Warum Ich hier landete weiß ich nicht mehr, man sagte mir das meine Eltern gestorben seien und ich von nun an hier leben müsse. Doch all dies realisierte ich kaum, es wirkte wie geträumt, unecht. Und obschon ich ein relativ neugieriges Kind war, hatte ich sehr oft derlei Momente. Passagen in denen Ich, wenn man überhaupt behaupten konnte das es damals schon ein „Ich“ gab, wahrnahm, als würde ich unter Schlaf stehen.
Kälte war für mich nichts Neues, es gab sie in jedem Winkel dieser Welt, einen Sommer, einen Frühling oder gar Herbst kannten wir nicht. Wärme gab es nur in den Stuben der Häuser, in den Küchen der Hausfrauen und Öfen der Köche. Wärme war für uns weder Freundschaft noch Nächstenliebe, es war lediglich ein Wort welches bedeutete, das man nicht erfror. Wir wurden nicht geschont als Kinder, dennoch gab es nachblickend keinen Grund, weshalb es uns schlecht ergang. Wir halfen im Heim aus, putzten und wuschen, zogen die Kleineren an und brachten ihnen bei wie man sich im Winterwald verhält. Erwachsen, diesen Begriff gebrauchte man hier ziemlich selten. Es war ein Wunder wenn man heranwuchs und nicht entweder wahnsinnig oder tot war.
Vielleicht muss ich dazu sagen, das es wirtschaftlich gesehen, eine starke Kluft zwischen Reich und Bettelarm gab. Es gab nur diese zwei Standards, die Reichen wurden immer reicher und die Armen immer ärmer. Keiner hat sich um den anderen gekümmert. Zudem bestand die obere Schicht aus Ärzten, Psychiatern und Quacksalbern.
Adoptiert wurde so gut wie keiner, doch so sollte es in unserer Generation nicht sein.
Pjotr und Ich waren an diesem Tag tief im Wald, um Feuersteine zu holen die das Heim dringend nötig hatte, um zu heizen und die Öfen zu betreiben. Ich war gerade mal Zwölf und er vielleicht Zehn. Sicher aber waren wir uns bei diesen Angaben nicht. Es gab keine Geburtstagsfeiern oder relevanten Angaben, wozu man sein Alter überhaupt wissen musste. Kinderschutz oder solcherlei Regelwerk existierte in unserer Schicht nicht. Wurde man Vergewaltigt oder Geschlagen, ertrug man es, zog sich wieder an und versuchte einfach weiter zu leben. Hoffnung, gab es keine, eine Zukunft auch nicht. Für uns war jeder Tag gleich. Nun, vielleicht nicht jeder Tag, mein Bruder war ein ziemlich wuseliges und aufgewecktes Kind. Er brachte mich immer in Schwierigkeiten oder unangenehme Situationen, redete viel und schwafelte immer davon was er später alles tun will und das er mal ein großer Wissenschaftler wird der das leiden hier beenden würde. Er erzählte von Blaupausen und Maschinen und wie es doch toll wäre wenn diese das Leben erleichtern und versüßen würden. Apropos Süß, dieses Thema war das einzige welches uns den Hauch von Freude brachte. Süßigkeiten gab es zu jedem Sonntag, kurioserweise schien es davon einen regen Überfluss zu geben. Aber ich schweife ab.
Der Wald war dicht und ziemlich bewachsen mit Nadelbäumen die ihren harzigen toten Duft über das ganze Gebiet verrieben. Wo man auch hintrat, man musste aufpassen nicht über Wurzeln zu stolpern, auf dem Schnee oder dem Glatteis auszurutschen. Die Feuersteine befanden sich in einer Höhle unter dem großen Baum auf Cantor's Lichtung, dieser Trug eben selbigen Namen und überragte jeden der anderen Bäume und auch jeden Berg. Man sah ihn von Überall in dieser Welt. Mysteriös und wohl für jedes Kind faszinierend war, das je näher man diesem Baum kam, der Schnee aufhörte zu fallen und begann einfach in der Luft zu schweben, ganz so als sei der Zeit und der Gravitation dieser Ort einerlei oder als würde eine Göttin diesen heiligen Ort bewachen. Ich selbst konnte mir diese Göttin, immer wenn ich diesen Baum betrachtete, sehr gut vorstellen. Eine Königin aus Schnee und Eis, ihre langen blau-weißen Haare wehen im Wind, ihr Mantel fällt wie ein Schneesturm von ihren Schultern, der Besatz aus feinstem Schneewolfsfell und die Krone mit feinsten Feuer-und Edelsteinen besetzt. Ihre Augen strafend, tadelnd aber dennoch gutherzig und imperial. Eine wahre Herrscherin.
Als ich und Pjotr also in die Höhle stiegen machte er wie immer ein sagenhaft mürrisches Gesicht. Der Geruch hier war penetrant und vermischt mit dem Harz Cantor's. Ich lächelte ihm entgegen und fing ihn auf als er von einem kleinen Vorsprung hinabsauste. Wir beiden waren an sich unzertrennlich und verstanden uns auch ohne viele Worte. Wobei meist sowieso er redete und ich zuhörte. Reden empfand ich oft als Verschwendung von Atem und Gedanken, in unserer Schicht verstand meine Ausdrucksweise ohnehin kaum einer. Viele hielten mich daraufhin für merkwürdig oder unsozial. Aber solange ich zumindest einen Menschen hatte der an mich geglaubt hat war es mir gleich.
Die Steine zu holen war nichts besonderes, man musste nur aufpassen das man nichts tat was den Höhleneingang zum Einsturz bringt. Als ich und mein Bruder jedoch dieses mal mit einem Sack voller dieser Steine diese Höhle wieder verlassen wollten geschah etwas Merkwürdiges. Der Kleine feikste auf und unterhielt sich mit jemanden. Erst dachte ich das er wieder nur or sich hin brabbelt, aber dann erkannte ich das neben ihm ein Wesen stand. Es war klein und Schwarz, hatte Fühler wie ein Insekt aber stechend gelbe Augen ohne Pupillen. Diese Augen wirkten wie Lampen die es durch die Dunkelheit sehen lassen würden. Einen Mund oder gar eine Nase konnte ich nicht ausmachen. Es verhielt sich ruhig und hörte Pjotr aufmerksam zu. Doch eins war mir klar: Dieses Wesen konnte nicht hierher gehören. Ich rief nach meinem Bruder und sagte ihm er solle nicht mit Tieren sprechen die er nicht kannte. Doch irgendetwas zog ihn zu diesen Wesen. War es bloß Neugier oder doch etwas anderes ich wusste es nicht. Er verabschiedete sich von dem kleinen Etwas und rannte mir zum Ausgang hinterher. Das Schattentier legte den Kopf schief und schien von der Helligkeit des Ausgangs geblendet zu sein, jedenfalls folgte es uns nicht. Dies war wohl auch das beste. Die Mutter unseres Heimes hatte die Katzen einiger Mädchen auch schon mit dem Kehrblech erschlagen. Sie sagt das wäre gnädiger als die kleinen Pelzknäule verhungern zu lassen. Trotzdessen wollte ich dem Jungen dies ersparen. Doch er beließ es nicht dabei. In den nächsten Wochen sollte sich unser Leben schlagartig ändern."

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   05.01.13 17:27

BeaniXs war nicht gerade angetan von der Bemerkung. An sich hatte sie ihre Erinnerungen nur verbergen wollen und der Chef war wie immer ein wenig ungeduldig und um seinem Sieg das Sahnehäupchen aufzusetzen, hatte er dann seine Keyblade-Nummer abgezogen. Nicht gerade zu seinem eigenen Besten, wie sein darauffolgender Gesichtsausdruck bestätigte, aber genau das hatte er ja haben wollen. Dass Fräulein Eiszapfen nun aber alles so hinstellen wollte, dass diese Maßnahme einzig notwendig gewesen war, weil Bea irgend doof war - denn genau das schloss sie im Kontext -, missfiel ihr sehr. Nur zu gern, hätte sie Xantja dafür eine Ohrfeige gegeben. Jedoch erbrachte ein giftiges Knurren an sich denselben Zweck, ohne dass es hinterher große Erklärungen im Wanderbericht geben würde.
Die Ruine, in die sie von Xantja geführt wurde, war in den Augen der Außenstehenden nicht zu rekonstruieren. Sie hatte keinen Schimmer, was hier einmal gewesen sein sollte und auch von seiten Xantjas eröffnete sich keine Erläuterung. Mit dem Auftauchen der kleinen TV-Xantja zerstreuten sich aber die Fragen zu diesem Ort wieder. Beanixs liebte bewegte Bilder sehr, was ihr immer zu sehr viel Aufmerksamkeit verhalf und sie wie ein braves Schulmädchen zuhören ließ.
"Und was war dann?", hakte die Steinmetzin nach, als die Doku geendet hatte und dennoch zog Fragen offen ließ. Diese widerwärtigen Cliffhanger! Sie konnte sowas nicht einmal bei Soaps leiden und hier nun schon gar nicht.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   19.01.13 15:56

"Dann..." Doch in ihrem seufzenden Ton wurde sie sehr schnell unterbrochen. Das Schlüsselschwert donnerte vom Himmel herab, die roten Bänder peitschend hinterher. Es brach in den Spiegel ein und zerschmetterte das Eis in lauter Kristalle die nach oben stürzten. Sie blieben irgendwann stehen und bewegten sich danach um die beiden Niemande herum. Flammen züngelten hinter den Scherben hervor, gefolgt von glitzerndem blauen Schnee. Es wirkte als würden sich die beiden Elemente jagen und zerfleischen wollen. Dann kam der Nebel und aus ihm heraus, Pjotr. Er lächelte, ing auf BeaniXs zu und breitete die Arme aus, dann durch sie hindurch und wurde zu seinem kindlichen selbst. Alles um die beiden herum wurde zu Bildern, einer fleischgewordenen Erinnerung. Man fühlte sich ähnlich wie Mister Ebenisa Scrooch in der Weihnachtsgeschichte. Das Kind begann zu erzählen.
"Immer öfter besuchte ich das Schattentier wie es meine Schwester genannt hatte. Sie verbot mir zwar dem kleinen hinterher zu laufen oder mit ihm zu spielen aber neugierig, wie ich nunmal war, hörte ich nicht auf die Meinung dieses Mädchens. Wir waren nicht mal Blutsverwand, wieso sollte sie mir also etwas sagen dürfen ? Selbst wenn sie älter war, sie war es doch die öfters gestand das die Erwachsenen meist keine Ahnung haben was gut für uns ist. Der Kleine wurde langsam aber sicher zutraulich, ich spielte oft mit ihm verstecken in der Höhle oder wie fingen uns gegenseitig. Ich brachte ihn auch langsam dazu aus diesem düsteren Hügel heraus zu gehen und zeigte ihm das der Schnee, der weiße Schnee, den er immer gefürchtet hatte, gar nichts Schlimmes war. Er war kalt, sicher, aber er konnte einem grob genommen nichts anhaben. Als wir eines Tages durch den Wald gingen und ich einen Stock als Schwert benutzte, spielten wir Ritter und Monster. Ich rannte dem kleinen hinterher und rief ihm zu er solle stehen bleiben, dieser Unhold. Redete so wie ich es immer in den Erzählungen der Mutter gehört hatte. Ich hatte mir sogar aus einer alten Borke einen kleinen Helm gebastelt.
Der kleine Lurch war nicht zu übersehen in dem ganzen Schnee. Doch nach einiger zeit passierte das wovor mich Tanja immer gewarnt hatte. Ich achtete nicht mehr auf den Weg und schon bald verirrte ich mich. Zusammen mit meinem kleinen Freund hatte ich nur wenig Angst, doch als es anfing dunkel zu werden benahm er sich komisch. Er zuckte und wurde etwas wilder, manchmal biss er mich sogar ein bisschen in den Handschuh, aber das hatte ich ja mit kleinen Katzen auch schon durch. Tanja dachte sie könne geheim halten was die Mutter mit diesen unschuldigen kleinen Dingern anstellte. Doch ich hab es ganz genau gesehen. Sie setzte sie auf den Hof und stellte ihnen einen Teller Fischabfälle hin. Dann nahm sie ihre schwere Schaufel und schlug einmal kräftig drauf, wenn das Süße Ding den Schlag überlebte sogar noch drei mal. Den Blick dieser Mörderin werde ich nie vergessen. Menschen waren verkommene Wesen. Wie man es dreht oder wendete. Schon traurig das ich das als Kind schon realisierte, doch jetzt erst in der Retrospektive begreife.
Ich wusste also nicht mehr wo ich war, und mein Freund offensichtlich auch nicht. Doch als es in allem überfluss dann auch noch anfing wie wild zu schneien hab ich innerlich schon fast aufgegeben. Sicher, man Fand den großen Baum überall wieder. Aber als ich auf ihn versuchte zu zu gehen entfernte ich mich nur noch weiter davon. Langsam aber sicher war ich verschollen. Im Schnee brach ich zusammen. Mir war kalt. Meine Füße stachen und meine Kehle war kratzig. Keiner hat mir geholfen, keiner hat mich gesucht. Ich war allein und würde wahrscheinlich bald sterben. Als Kind festzustellen das man in ein paar Stunden tot sein könnte war schon ein wenig traumatisierend. Als ich die Augen zu machen wollte aber stubste mich der Schattenlurch an und kratzte an mir. Ich dachte er wolle mir helfen. Doch als dessen Stöße immer stärker wurden und er seine kleinen Kralen schon bald in meinen Oberarm rammte, zuckte ich zusammen und rollte mich zur Seite. Was ich da erblickte war schockierend. Gelbe leuchtende Augen in der Finsternis. Nicht nur die meines angeblichen Freundes. Sie sammelten sich um mich, es wurden mehr je dunkler es wurde. Sie fauchten aus den Schatten und schienen mich erwartet zu haben. Ich sah meinen Freund im Schock an. Ich wurde verraten. Diese Dinger waren gefährlich. Ich dachte sie wollte mich fressen. Von jetzt auf dann erlosch mein Vertrauen zu dem Tier ohne je wieder zu kehren. Im Schnee erfrieren war ja nicht so schlimm. Aber bei lebendigem Leibe von solchen Ratten gefressen zu werden. Nein ! Ich wollte so nicht sterben. Ich kroch von ihnen weg doch verschanzte mich nur mit dem Rücken zu einem Baum. Innerlich bebte ich, schrie ich auf, ächzte danach das meine Schwester mich vielleicht doch rettete, so wie sie jeden Ärger für mich einsteckte. Doch Fehlanzeige.
Als ich im Begriff war schon bald von Herzlosen, wie man sie nannte, überrannt zu werden, passierte etwas unglaubliches. Nicht meine Schwester rettete mich, doch eine Frau die ihr sehr ähnlich sah. Ich wusste nicht wo sie her kam doch aus der Dunkelheit heraus erstrahlte ihre Gestalt. Sie schlug mit etwas auf diese Wesen ein, die daraufhin zu einer Masse an Restschatten verpufften und sich auflösten. Ich sah alles wie im Traum, ich war erschöpft und konnte die Auge kaum offen halten. Ich schloss sie auch schon bald darauf.
Doch als ich wachgerüttelt wurde stand sie tatsächlich vor mir. Sie fühlte meine Stirn und fragte ob ich in Ordnung war. Ich versuchte nach ihr zu greifen, schließlich wusste ich zu dieser Zeit nicht ob das alles real war. Ich erwischte mit meiner Hand aber nur ihr Schwert, das aussah wie ein riesiger Schlüssel. Sie lächelte und strich mir über die Wange. Sagte ich solle mich nicht überanstrengen und das sie mich in Sicherheit bringen würde. Was sie nicht feststellte war das eine ungewöhnliche Hitze in dem Moment in mir aufstieg als ich diese Klinge berührte. Es war als hätte sich ein Virus in meinem Herzen eingenistet und versuche es aufzufressen. Licht und Dunkelheit kämpften in mir, was ich auch erst viel später von ihr erfuhr. Doch dieses Feuer, dieser Funke den mir diese Berührung verlieh. Das war der entscheidende Wendepunkt in meinem Leben.
Ich gab der Ohnmacht nach und fiel in ihren Armen wieder zusammen. Als ich meine Augen wieder aufschlug, lag ich in meinem Bett, im Heim. Die Mutter und Tanja erzählten mir das ich mehrere Tage lang hohes Fieber hatte nachdem man mich zusammengebrochen vor der Tür gefunden hatte. Offensichtlich hatte die Schlüsselschwertkriegerin mich dort abgelegt. Danach habe ich sie nie wieder gesehen. Doch ich war sicher das dies kein Traum war. Es musste mehr geben als nur unsere kleine, graue, weiße, bemitleidenswerte Welt. Es musste irgendwo Wärme geben. Und ich war fest entschlossen diese auch zu finden."

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   19.01.13 17:11

Für BeaniXs wirkten die Ereignisse ein wenig überschnitten. Woher kam nur dieser Pjotr wieder her? Sie hatte ihn so weit in die Luft geschleudert, dass er hätte zum Mond fliegen können, aber irgendwie war das wohl schiefgelaufen. Mit der Miene der Zuhörerin lauschte sie allerdings seiner Worte, scheinbar mochten Xantja und er es, ihre Kindheitsgestalten sprechen zu lassen. Recht unnötog wie Beanixs fand, aber wenn es ihnen gefiel, wollte sie nicht protestieren. Scheinbar schien gerade auch keine Gefahr zu bestehen, zumindest machte keiner eine feindselige Bewegung.
"Und dann?", fragte BeaniXs, ein Kind der langen Geschichten und eine Lauscherin ohne Furcht und Tadel, wenngleich sie bei Hörbüchern immer schnell unaufmerksam wurde. Füür sie wirkte die Geschichte immer noch unvollständig und solange hier niemand zu pöbeln und stänkern begann, musste sie auch nicht handgreilich werden. Eine ganz einfache Sache.
Sie verlagerte ihr Gewicht von einem Fuß auf den anderen, eine sehr geschmeidige Contrapoststellung und spitzte die Ohren nach weiteren Details.

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BeitragThema: Re: Das Dorf Fen-Ri:r   24.01.13 19:29

Hinter der Eisprinzessin stand plötzlich ihr Bruder und lehnte sich leicht an ihren Rücken. "Verrückt oder ? Das Skadi so viel Ähnlichkeit mit dir hat und ausgerechnet an dem Tag verschwand als uns diese furchtbare Geschichte passierte oder ?" Sie drehte sich nicht um. Sie erwiederte eher die Aktion des Anlehnens und musste kummervoll lächeln. "Die Wahrheit...Pjotr...ist vielleicht schlimmer als du selbst denkst..." Damit rechnete der Schlüsselschwertkrieger nicht und machte nun selbst ein verdutztes Gesicht. Die Hand der Nummer Vier wehte über das Ereignis und der Schnee wirbelte umher, zeigte wieder die kleine Tanja und sponn die Geschichte weiter.
"Pjotr benahm sich merkwürdig nachdem er wieder bei uns war. Er wirkte so abwesend und distanziert. Bald schon spielte er auch nicht mehr mit den anderen Kindern. Er baute nur noch Gebilde aus den Feuersteinen die wir immer mal zum heim brachten. Ich wagte es nicht nach zu fragen was denn los sei. Nicht mehr. Denn als ich ihn dies das erste und zweite Mal fragte reagierte er ziemlich wütend, ganz so als hätte ich ihm irgendetwas Böses angetan. In der ersten Woche dachte ich noch das es sich wieder legen würde. Ich ging öfters zum Markt, holte Feuersteine in der Höhle oder Half bei der Betreuung der Säuglinge mit. In der zweiten Woche verhielt er sich noch abweisender. Er las diese Bücher im Dorf bei dem alten Okultisten über Elemente und das Universum. Er machte es sich auch zur Angewohnheit immer einen Feuerstein in der Tasche zu haben. Vielleicht merkte er es nicht das ich ihn beobachtete, vielleicht wollte er es nicht merken. Ich machte mir Sorgen. Mein Bruder war nicht wieder zu erkennen. Ohne ihn um mich herum wirkte ich noch stiller und unsozialer als sonst. Ich beschränkte mich auf die Antworten Ja und Nein oder zum Teil auch „Mach ich gleich...“. Die Mutter schimpfte oft mit mir aber ich hörte sowieso nur mit halbem Ohr zu.
Sein kleiner schwarzer Freund schien verschwunden zu sein, jedenfalls habe ich ihn nie wieder gesehen wenn ich mit einem der anderen Mädchen oder Jungs Steine holen ging. Vielleicht wurmte ihn dieser Umstand. Doch gleich bei diesem verrückten Spinner in die Lehre gehen oder zumindest dem Glauben schenken was er sagte, war verrückt. Nach der dritten Woche lies es mich nicht mehr los und ich verfolgte Pjotr zu dem alten Mann. Ich sah durchs Fenster und konnte meinen Augen nicht trauen. Da saßen die beiden am Tisch, in ihrer dunklen Kammer, und mein Bruder hielt eine kleine Flamme in seinen Händen. Ich sah dreimal hin ehe ich mir selbst glaubte zu sehen das es sich nicht um eine Kerze oder einen Trick handelte. Das Feuer wurde mal größer mal kleiner. Verformte sich und sah mal aus wie ein Irrlicht. Es war Magie. Es war echte Magie.
Ich entschied dies allerdings für mich zu behalten, obschon eine Stimme in meinem Kopf bereits jetzt Alarm schlug. Als eine alte Frau mich zeternd dann von dem fester vertrieb mit den Schimpfungen was ich doch dort mache und das sie es meinen Eltern erzählen würde wenn sie mich noch mal beim, wie sie es nannte: unschuldige alte Leute bespitzeln, erwische. Pah ! Ich hatte keine Eltern mehr. Und hätte sie es der Mutter erzählt hätte diese reagiert wie ich wenn jemand mit mir schimpfte. Ins linke Ohr rein, durch das rechte wieder raus. Diese ungehobelte Kuh, was bildete sie sich überhaupt ein wer sie war ?
Am Abend dann wollte ich Pjotr zur Rede stellen und sagte ihm das ich ihn sah wie er mit dem alten Mann zusammen Feuer gemacht hatte. Als ich das aussprach drehte er sich zu mir um als hätte ich persönlich sein Lieblingskätzchen mit einer Bratpfanne erschlagen. Dieser Blick war unmenschlich. Eine Grimasse aus hasserfüllten Augen und einem psychotischem Grinsen. Er hätte mir entgegenbringen können, was mich das anginge, oder das ich mich da raus halten solle, aber es kam außer diesem fürchterlichem Blick nichts weiter. Ich schätze das war das erste mal das ich ich vor diesem Kind gefürchtet habe. Irgendetwas muss passiert sein mit ihm das es ihn so sehr verändert hatte. Ich wünschte ich wäre bei ihm gewesen in dieser Nacht als er verschwunden war...
In dieser Nacht schlief ich so tief wie noch nie..."

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Das Dorf Fen-Ri:r
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